
Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker wurden am Montag 68 Menschen bei drei Überfällen mutmaßlicher Fulani-Hirten in Zentral-Nigeria getötet, mindestens 52 Muslime starben, als im Distrikt Gidandawa (Bundesstaat Zamfara) schwer bewaffnete Fulani in ein Dorf stürmten und wahllos Kinder, Frauen und Männer erschossen. In einem Massengrab wurden 40 Opfer noch am gleichen Tag beigesetzt. Weitere fünf Menschen starben in den Außenbezirken des Ortes Barkin Ladi (Distrikt Rakung, Bundesstaat Plateau), als Bewaffnete kurz vor Mitternacht den Ort überfielen. In der Nacht zum Montag waren bereits elf Menschen bei Angriffen auf die Dörfer Ganlang und Zama Dede (Distrikt Pilgani, Bundesstaat Plateau) getötet worden.
Zwischen dem 25. und 29. Juni 2014 sind mehr als 200 Menschen zu Tode gekommen, als 20 Dörfer im Bundesstaat Kaduna von mutmaßlichen Fulani-Hirten angegriffen und zerstört wurden. Mindestens 690 Häuser, drei Kirchen und 50 Geschäfte wurden niedergebrannt. Mehr als 15.000 Bauern flohen daraufhin aus der Region. „In vielen Regionen Zentral-Nigerias herrschen Angst und Schrecken, da die sesshafte Bevölkerung neue Übergriffe befürchtet“, berichtete Delius.
Die GfbV erklärte die Konflikte würden vor allem von den Folgen des Klimawandels angeheitzt werden. In den letzten 50 Jahren sind 35 Prozent des Weidelandes in Nord-Nigeria zu Wüsten geworden. Auf der Suche nach neuem Weideland ziehen die Hirten daher nach Süden und machen den sesshaften Bauern das Land streitig. Laut GfbV tragen auch Nigerias Behörden eine Mitschuld an der Eskalation der Gewalt. Sie versprachen den 15 Millionen Nomaden schon vor Jahrzehnten neues Weideland, doch setzten sie ihr Versprechen nicht um. „Statt nach einer nachhaltigen Lösung des Konflikts zu suchen, bezichtigt Staatspräsident Jonathan Goodluck die Fulani des Terrorismus. Nigerias Regierung ist nicht nur mit dem Kampf gegen Boko Haram überfordert.“
Quelle: gfbv.de




