Stuttgart (epo). - "Brot für die Welt" ist empört über die Slumräumungen in der indischen Stadt Mumbai. "Unsere Partner berichten, dass die Stadtverwaltung mit großer Härte gegen die Slumbewohner vorgeht", schrieb die Direktorin der evangelischen Hilfsorganisation, Cornelia Füllkrug-Weitzel, in einem Brief an den Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster. Sie appellierte an das Stadtoberhaupt, sich bei der Reise einer Delegation in die Partnerstadt Mumbai ab dem 23. Januar für die betroffenen Menschen einzusetzen und eine sozialverträgliche Lösung anzumahnen.

In den vergangen Tagen sind nach Informationen von "Brot für die Welt" mehr als 30.000 Hütten in den Slums von Mumbai (Bombay) niedergerissen worden. Der Abriss weiterer 15.000 Unterkünfte sei geplant. 200.000 Menschen sind laut Berichten des "Brot für die Welt"-Partners BUILD von der Obdachlosigkeit bedroht. Bei Protesten gegen die Räumung seien mehrere Demonstranten, darunter auch Aktivisten von BUILD, vorübergehend festgenommen worden.

"Offensichtlich nutzt die Stadtverwaltung die Gunst der Stunde, in der alle Welt auf die Katastrophengebiete in Südasien schaut, um ohne großes Aufsehen die Menschen aus den Slums zu vertreiben", sagte Füllkrug-Weitzel. Für die betroffenen Menschen sei die Lage dramatisch. Sie verlören nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ihre Verdienstmöglichkeiten in den Vierteln. Füllkrug-Weitzel räumte ein, dass Räumungen von illegalen Siedlungen sich aus städteplanerischer Sicht nicht immer vermeiden ließen. "Allerdings muss eine Stadt den Menschen dann Ersatzwohnraum zur Verfügung stellen", betonte sie. Das sei in Mumbai nicht passiert.

Der "Brot für die Welt"-Partner BUILD setzt sich seit über dreißig Jahren für eine Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen in den Elendsvierteln von Mumbai ein. Ziel von BUILD ist, die Slumbewohner in die Entwicklung ihrer Viertel mit einzubeziehen. Die Organisation betreut Frauen, die sich in Selbsthilfegruppen zusammen getan haben, klärt die Menschen über ihre Rechte auf und setzt sich bei den zuständigen Behörden für gesicherte Wohnrechte der Slumbewohner ein.

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