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Manila. - Wegen des Taifuns Hagupit haben nationale und internationale Hilfswerke auf den Philippinen mit der Verteilung von Hilfsgütern in den östlichen Landesteilen begonnen. Nach Behördenangaben starben durch die Auswirkungen des Wirbelsturms bislang zehn Menschen. Es werden weitere schwere Regengüsse und Überschwemmungen befürchtet. "Hagupit" hat sich in der vergangenen Nacht aber deutlich abgeschwächt und wird am Montag die Hauptstadt Manila erreichen.

Allein auf Tacloban auf den östlichen Visaya-Inseln waren mehr als 100.000 Menschen vor dem Tropensturm in Evakuierungszentren geflüchtet. World Vision begann am Samstag mit der Verteilung von ersten Hilfsgütern an rund 2.500 Familien in insgesamt drei Evakuierungszentren. Der Fokus liegt auf dem Bereich Wasser und Hygiene. Sanitäre Anlagen und Trinkwasser gehören zu den Grundbedürfnissen bei einer Katastrophe wie dieser. "Die Schlange vor den wenigen Wasserstellen in den Evakuierungszentren ist lang", erklärte World Vision Mitarbeiter Ajab Macapagat. Neben Trinkwasser verteilt World Vision auch Hygiene-Sets, welche aus Seife, Waschmittel, Zahnbürsten, Binden, Unterwäsche und großen Tüchern bestehen.

Fatima Luza hat ihr Haus nach Taifun Haiyan gerade erst wiederaufgebaut. "Wir müssen schon wieder dieselbe traurige Weihnachtszeit erleben, wie vor einem Jahr. Ich bin aber dankbar, dass meine Familie sicher ist", meint die 54-jährige alleinerziehende Mutter.

World Vision will die betroffenen Menschen, die meist mehrere Tage in den Notunterkünften bleiben müssen, durch unkomplizierte Soforthilfe unterstützen. Diese Hilfe soll rund 55.000 Menschen erreichen. Andrew Rosauer, Leiter der Not- und Katastrophenhilfe von World Vision auf den Philippinen, sagte: "Viele Menschen haben soeben erst angefangen, sich von den Folgen von Taifun Haiyan zu erholen und erleben nun noch einmal dasselbe Trauma. Wir werden sie bestmöglich unterstützen; einerseits mit Soforthilfe und andererseits beim Wiederaufbau."

Die Stadt Tacloban ist seit gestern Nachmittag um 15:00 Uhr ohne Strom, nur das Mobilfunknetz war durchgehend funktionsfähig. Dies vereinfachte die Koordination der Evakuierung als auch die andauernden Bergungsarbeiten. Die Internetverbindung ist immer noch sehr schwach und der öffentliche Verkehr ist völlig zum Erliegen gekommen.

„Auch wenn die Erst- und Folgeschäden noch nicht abzusehen sind: Tausende von Menschen stehen ein Jahr nach dem Taifun Haiyan wieder vor dem Nichts und sind dringend auf Hilfe angewiesen“, sagte Reinhard Würkner, Asien-Leiter bei Caritas international. Zunächst gehe es darum, die Menschen zu versorgen und vor den weiteren Folgen des Taifuns zu schützen. Neben hohen Flutwellen an der Küste werden in den kommenden Tagen Überschwemmungen und Erdrutsche befürchtet.

"Durch die Evakuierung hunderttausender Menschen in den betroffenen Gebieten sind viele Menschenleben gerettet worden", erklärte Reinhard Würkner, Asien-Leiter bei Caritas international. Die katholische Kirche, die auf den Philippinen eine Vielzahl von Einrichtungen wie Schulen oder Krankenhäuser unterhält, habe hierbei eine wichtige Rolle gespielt. Am vergangenen Donnerstag hatte die Bischofskonferenz in dem Inselstaat einen Appell an Schulen, Kirchen und kirchliche Einrichtungen gerichtet, so viele Taifun-Flüchtlinge wie möglich in ihren Räumen aufzunehmen.

Für die Nothilfe und Erstversorgung dieser Menschen hat Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, zunächst 100.000 Euro bereitgestellt. Allein auf der Insel Samar, wo sich Caritas international verstärkt um den Wiederaufbau nach dem Taifun Haiyan kümmert, werden mehrere Tausend Menschen mit dem Notwendigsten versorgt. Um auch die Menschen zu erreichen, die nicht rechtzeitig evakuiert werden konnten, sind mehrere Nothilfeteams ausgerückt, unter anderem in weiter abgelegene Ortschaften der Insel Samar.

CARE-Generalsekretär Karl-Otto Zentel, der zurzeit in Manila ist, berichtete: "Der Wirbelsturm traf zuerst in Samar auf, einer Region, die auch im letzten Jahr von Supertaifun Haiyan stark betroffen war. Die Schäden sind noch nicht vollständig zu ermessen. Aber dies ist eine sehr arme Gegend, die nun zweimal massiv getroffen wurde.“ Durch die lange Zugbahn des Taifuns komme es zu sehr starken Regenfällen, die auch Schlammlawinen auslösen könnten.

CARE arbeite mit seinen Partnerorganisationen und den philippinischen Behörden zusammen, um den Schaden zu ermessen, Hilfsgüter zu organisieren und die betroffenen Gemeinden zu unterstützen, so Zentel. "Wir arbeiten seit dem Wirbelsturm Haiyan in Leyte und Samar und dort werden wir auch unsere Nothilfe umsetzen."

"Die Bevölkerung war vorbereitet", berichtete die Hilfsorganisation Malteser International am Montag: "Mehr als 700.000 Menschen waren rechtzeitig evakuiert worden und werden nun in mehr als 1.500 Evakuierungs- und Versorgungszentren im Landesinneren betreut. Der Taifun Hagupit ist am Samstagabend mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Stundenkilometern auf die Insel Samar getroffen und hat dort große Verwüstungen hinterlassen. Heftige Winde und starker Regen haben Häuser zerstört, Bäume entwurzelt und Stromleitungen umgerissen."

Erst vor gut einem  Jahr hatte der Taifun "Haiyan" rund 7.000 Menschen auf den Philippinen das Leben genommen und ganze Städte und Dörfer zerstört. Malteser International leistete gemeinsam mit den philippinischen Maltesern Nothilfe und unterstützt seitdem den Wiederaufbau in vier Dörfern auf den Inseln Samar und Bantayan.

Satellitenfoto: http://www.noaa.gov
Quellen: www.worldvision.de | www.caritas-international.de | www.maleser-international.org | www.care.de 


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