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Berlin. - Am Weltfrauentag haben Maria Furtwängler, Gesine Schwan und die vierfache Box-Weltmeisterin Cecilia Brækhus gemeinsam mit 50 engagierten ONE-Jugendbotschaftern die G7-Kampagne von ONE „#MUT2015“ gestartet. Die Kampagne fordert, dass sich die G7-Staaten unter Angela Merkels Führung für eine ausreichende Finanzierung der Armutsbekämpfung und für ambitionierte und messbare neue Entwicklungsziele einsetzen. Vor allem die Stärkung von Frauen und Mädchen muss im Mittelpunkt stehen, da diese am stärksten von Armut betroffen sind. Außerdem kann extreme Armut bis 2030 nur beendet werden, wenn Mädchen und Frauen ihr Potential voll entfalten können.

Zeitgleich mit dem Start der Kampagne fordern 36 starke Frauen aus der ganzen Welt Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Vorsitzende der Afrikanischen Union Nkosazana Dlamini-Zuma mit einem offenen Brief auf, Frauen und Mädchen im entscheidenden Entwicklungsjahr 2015 in den Mittelpunkt aller Bemühungen bei der Armutsbekämpfung zu setzen. Angela Merkel ist Gastgeberin des G7-Gipfels und Nkosazana Dlamini-Zuma ist Kommissionsvorsitzende der Afrikanischen Union. Beide haben sich die Förderung von Frauen für 2015 auf ihre Agenda geschrieben und können den Weg ebnen für politische Initiativen und eine angemessene Finanzierung, die Frauen und Mädchen in armen Ländern stärkt. Zu den deutschen Unterzeichnerinnen des offenen Briefes gehören Maria Furtwängler, Gesine Schwan, Sabine Christiansen und Jutta Almendinger. Außerdem haben u.a. Meryl Streep, Beyoncé Knowles-Carter, Lady Gaga, Sheryl Sandberg und Arianna Huffington unterzeichnet.

In dem Brief heißt es: „Armut ist sexistisch. Und das wird auch so bleiben, wenn wir die Tatsache ignorieren, dass Frauen und Mädchen ganz einfach zu kurz kommen. Wir dürfen keinen zurücklassen. Wenn wir die Lage der Frauen und Mädchen verbessern, profitieren alle davon. Frauenrechte durchzusetzen heißt, die Rechte aller zu stärken.“

Die Stärkung von Frauen und Mädchen war auch die Kernaussage bei der Kampagnenvorstellung von #MUT2015. Schauspielerin und Ärztin Dr. Maria Furtwängler sagte: „In Deutschland sterben pro 100.000 Geburten sieben Frauen. In Sierra Leone sind es 1.100. Das wichtigste für ein erfolgreiches Leben ist Bildung, aber zwei Drittel der 796 Millionen Analphabeten auf der Welt sind Frauen. Frauen werden überdurchschnittlich häufig Opfer von Gewalt. Frauen kommen einfach zu kurz. Das muss sich ändern. Dieses Jahr haben wir die Chance dazu.“

In Entwicklungsländern ist die Kluft zwischen Frauen und Männern am größten. Extreme Armut kann nicht ohne die Bekämpfung von Geschlechterunterschieden beseitigt werden. Dazu sagt Prof. Dr. Gesine Schwan: „Das Potential von Frauen für die Entwicklung von Gesellschaften, auch für den Arbeitsmarkt, ist weltweit riesig. Doch weltweit liegt fast die Hälfte des produktiven Potenzials von Frauen brach – bei den Männern ist es nur ein Viertel. Es ist wichtig, dass Frauen partnerschaftlich mit Männern gesellschaftliche Schlüsselpositionen besetzen. Dies geht runter bis auf die familiäre Ebene: Familien geht es besser, wenn die Rollen partnerschaftlich verteilt sind.“

Die vierfache Boxweltmeisterin Cecilia Brækhus fügte an: „Als Boxerin weiß ich, was es heißt, sich in einer Männerdomäne behaupten zu müssen. Gerade in armen Ländern müssen Mädchen und Frauen Kämpferinnen sein, das sehe ich in Uganda immer wieder. Bildung und gesellschaftliche Teilhabe, auch durch Sport, sind elementare Bausteine einer gleichberechtigten Gesellschaft. Sie bilden ein starkes Fundament, um extreme Armut zu beenden.“

Die Kampagne #MUT2015 wird unterstützt durch zahlreiche Aktionen der ONE-Jugendbotschafter sowie durch weitere prominente Unterstützer. Die Petition zur Kampagne an Bundeskanzlerin Merkel kann unter www.one.org/mut2015 unterzeichnet werden. Dort gibt es weiterführende Informationen zur Kampagne. Der Hashtag der Kampagne lautet #MUT2015.

Der Petitionstext der Kampagne lautet: Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sorgen Sie als Gastgeberin dafür, dass die G7 Mut im Kampf gegen extreme Armut beweist. Stellen Sie die Stärkung von Mädchen und Frauen in den Mittelpunkt und setzen Sie Entwicklungsversprechen so um, dass sie vor allem die Ärmsten erreichen.

Die Liste der Unterzeichner des offenen Briefes an die Bundeskanzlerin:

  1. Ali Hewson, Gründerin von Edun and Nude;
  2. Angellah Kairuki, Mitglied des Parlamentes in Tansania;
  3. Angelique Kidjo, Sängerin, Songschreiberin & Aktivistin;
  4. Ann Cairns, Präisdentin von International Markets und von MasterCard;
  5. Arianna Huffington, Vorsitzende, Präsidentin und Chefredakteurin der Huffington Post Media Group
  6. Beyoncé Knowles-Carter, Entertainerin, Gründerin;
  7. Charlize Theron, Schauspielerin, UN-Botschafterin für den Frieden, Gründerin des Charlize Theron Africa Outreach Project;
  8. Christy Turlington Burns, Gründerin von Every Mother Counts;
  9. Cindi Leive, Chefredakteurin des Glamour Magazins;
  10. Danai Gurira, Schauspielerin, Bühnenautorin, Aktivistin;
  11. Gesine Schwan, Professorin und frühere Kandidatin für das Präsidentenamt;
  12. Helene Gayle, Präsidentin und Geschäftsführerin von CARE;
  13. Jude Kelly, CBE, Indendantin des Southbank Centre;
  14. Jutta Allmendinger, Professorin und Präsidentin des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB);
  15. Karen Kornbluh, Senior Beraterin am US-Rat für auswärtige Beziehungen;
  16. Karen Ruimy, Musikerin, Perfomerin und Autorin;
  17. Lady Gaga, Sängerin und Songschreiberin;
  18. Lauren Bush Lauren, Gründerin und Geschäftsführerin von FEED;
  19. Mabel van Oranje, Initiatorin und Vorsitzende von Girls Not Brides: The Global Partnership to End Child Marriage;
  20. Maria Furtwängler, Schauspielerin und Ärztin;
  21. Marian Salzman, Geschäftsführerin von Havas PR;
  22. Mariella Frostrup, Journalistin und Mitbegründerin der GREAT Initiative;
  23. Meryl Streep, Schauspielerin;
  24. Michele Sullivan, Präsidentin der Caterpillar Foundation, Direktorin der Corporate Social Innovation;
  25. Mimi Alemayehou, Expertin für Entwicklungsfinanzierung;
  26. Monica Musonda, Geschäftsführerin und Gründerin von Java Foods (Sambia);
  27. Mpule Kwelagobe, Aktivistin;
  28. Naisula Lesuuda, Senatorin in Kenia;
  29. Rita Wilson, Schauspielerin, Produzentin, Sängerin;
  30. Rosamund Pike, Schauspielerin;
  31. Sabine Christiansen, Journalistin, Produzentin und UNICEF-Botschafterin;
  32. Sarah Silverman, Comedian, Schauspielerin, Aktivistin;
  33. Sheryl Sandberg, leitende Geschäftsführerin von Facebook;
  34. Sheryl WuDunn, Bankerin und Autorin;
  35. Susan Shabangu, Frauenministerin in Südafrika;
  36. Yvonne Chaka Chaka, Präsidentin der Princess of Africa Foundation, Aktivistin und Sängerin.

Maria Furtwängler ist eine berühmte deutsche Schauspielerin, gelernte Ärztin und zweifache Mutter. Als Aktivisten ist sie insbesondere im Bereich der Stärkung von Frauen und Mädchen engagiert und kämpft gegen Gewalt gegen Frauen und Menschenhandel. Zusammen mit ihrer Tochter hat sie das Malisa Home auf den Philippinen für misshandelte und zur Prostitution gezwungene Mädchen errichtet.

In der Vorbereitung auf die Gavi Wiederauffüllungskonferenz im Herbst 2014 wurde sie erstmals ONE Botschafterin für Kindergesundheit tätig. 2015 bleibt sie ONE als Botschafterin für Frauen und Mädchen erhalten. Sie ist Vorstandvorsitzende der NGO German Doctors, sitzt im Vorstand des „Bündnis für Kinder gegen Gewalt“ und der DLDwomen conference, die sie ebenfalls  gegründet  hat. Sie hat wiederholt Projekte in Asien und Afrika besucht und aktiv unterstützt. 2003 hat sie für ihr umfassendes soziales Engagement das Bundesverdienstkreuz bekommen.

Prof. Dr. Gesine Schwan ist Politikwissenschaftlerin und zweifache Kandidatin für das Bundespräsidentenamt. Nachdem Sie bereits Präsidentin der  Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) war, gründete sie gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern im März 2009 die HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance, der sie von Juni 2010 bis Juni 2014 ebenfalls als Präsidentin vorstand. Momentan ist sie Präsidentin und Mit-Gründerin der Humboldt-Viadrina Governance Platform in Berlin. Gesine Schwan erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2004 den Marion Dönhoff Preis für internationale Verständigung und Versöhnung und 2006 die Ehrendoktorwürde des  Europäischen Hochschulinstituts Florenz. Sie ist Trägerin des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, des Ordens „Bene merito“ der Republik Polen und Großoffizier der Ehrenlegion der Republik Frankreich.

Cecilia Brækhus, Kampfname „The First Lady“, ist die erste norwegische Boxweltmeisterin und die erste Frau im renommierten Sauerlandboxstall. Sie ist mit 27 Siegen und 0 Niederlagen ungeschlagen und zudem ist sie die erste Frau der Welt, die alle Titel der vier großen Boxverbände ihrer Gewichtsklasse auf sich vereinigen kann. Bereits seit sieben Jahren engagiert sie sich zusammen mit der norwegischen Hilfsorganisation „Bring Children From Streets“ (BCFSN) insbesondere für Mädchen und Frauen in Uganda, wo sie u.a. von der Organisation gebaute Schulen eröffnet. Regelmäßig besucht sie das Land und informiert sich vor Ort über die Situation in den dortigen Slums. Zusammen mit einem Sportartikelhersteller stiftete sie dort darüber hinaus Boxequipment für eine Sporthalle, in der auch Mädchen und Frauen boxen, was vor allem in Uganda eine Besonderheit in einer von Männern dominierten Sportart ist. Bald soll in Uganda die First Lady School eröffnet werden, in der mindestens die Hälfte Schülerinnen sein sollen.

ONE ist eine von U2-Leadsänger Bono mitgegründete Lobby- und Kampagnenorganisation zur Bekämpfung von extremer Armut und vermeidbaren Krankheiten insbesondere in Afrika. Im Dialog mit der Öffentlichkeit und politischen Entscheidern setzt sich ONE für kluge und effektive Politikansätze und Programme ein, die Leben retten, armen Kindern eine Schulbildung ermöglichen und Zukunftsperspektiven verbessern. Über 6 Millionen Menschen unterstützen diese Arbeit mit ihrer Stimme. ONE arbeitet überparteilich und steht im engen Austausch mit afrikanischen Aktivisten und Entscheidern.

Foto © ONE

Quelle: Pressemitteilung www.one.org 


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