amerika 21Santiago de Chile. - Der chilenische Kongress hat ein Gesetz verabschiedet, das den Staat dazu verpflichtet, den Opfern der Diktatur unter General Augusto Pinochet (1973-1990) eine einmalige Entschädigungszahlung im Wert von umgerechnet 1.300 Euro zu leisten. Von dieser Geldsumme profitieren fast 30.000 ehemalige politische Gefangene und Folteropfer des Pinochet-Regimes, berichtete am Montag das Lateinamerika-Portal amerika21.

Das Gesetz sehe zudem eine Zahlung von umgerechnet 780 Euro an die Ehepartner der verstorbenen Opfer vor, so amerika21. Insgesamt betrage die Entschädigungssumme eine Million US-Dollar. Die Wahrheitskommissionen in dem südamerikanischen Land haben in ihren Berichten rund 3.000 Fälle ermordeter und verschwundener Chilenen und mehr als 28.000 Folteropfer dokumentiert. Landesweit wurden 1.132 Haft- und Folterzentren nachgewiesen.

Dem Gesetz waren zahlreiche Proteste und Verhandlungen sowie kontroverse Kongressdebatten vorausgegangen. Nachdem vor einigen Monaten ehemalige politische Gefangene über 40 Tage im Hungerstreik ausgeharrt hatten, um höhere Renten, eine bessere Gesundheitsversorgung und Zahlungen an tausende Opfer, die bislang keine staatliche Entschädigung erhalten haben, zu erstreiten, wurden sie schließlich zu Verhandlungsrunden mit Vertretern der Regierung eingeladen.

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Quelle: amerika21.de


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