brasilien belo monte wasserkraftwerk - wikipedia

Berlin. - Brasilianische und deutsche Umwelt- und Entwicklungsorganisationen haben am Freitag gegen den Bau des Staudamms Belo Monte im Amazonas-Gebiet protestiert. Die Flutung des umstrittenen Staudamms begann am Donnerstag, nachdem Brasiliens Umweltbehörde IBAMA grünes Licht dafür gegeben hatte. Jahrelang hatten Umwelt- und Indigenen-Organisationen gegen den Bau des drittgrößten Staudamms der Welt protestiert und zuletzt im September eine Verzögerung der Betriebserlaubnis erstritten.

Obwohl auch jetzt noch etliche Umwelt-und Sozialauflagen nicht erfüllt worden seien, dürfe der Betreiber mit der Aufstauung des Xingu-Flusses nun beginnen, berichtete die Umweltorganisation urgewald. Marquinho Mota von der brasilianischen Nichtregierungsorganisation FAOR – Fórum da Amazônia Oriental aus Belém im Bundestaat Pará sagte: "Dies ist ein unheilvoller Tag für Umwelt und Menschenrechte in Brasilien. Wieder einmal wurde bei einem Großprojekt eine Betriebsgenehmigung erteilt, obwohl Indigenenrechte verletzt, Auflagen nicht erfüllt wurden und Rechtsstreitigkeiten noch anhängig sind."

Ursprünglich sollte Belo Monte im Februar dieses Jahres teilweise mit der Stromproduktion beginnen, so Mota. Wenn die Erzeugung nicht bis spätestens März 2016 starte, würden dem Unternehmen Strafzahlungen in Millionenhöhe drohen. "Daher hat Brasiliens Bundesregierung enormen Druck ausgeübt, die Genehmigung nun zu erteilen, dies alles ist rechtsstaatlich äußerst zweifelhaft", kritisierte Mota, der in dieser Woche zu Gast in Deutschland ist.

"Die Flutung Belo Montes ist das Fanal für die Indigenen Munduruku am Fluss Tapajós, die genau wissen, dass ihren Gebieten als nächstes der Bau von mehreren Groß-Staudämmen droht", betonte Silke Tribukait, deren Organisation ASW (Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt) die Indigenen seit Jahren in ihrer Projektarbeit unterstützt.

"Auch deutsche Versicherer und Rückversicherer haben an diesem Mammutprojekt verdient", sagte Barbara Happe von der Menschenrechts- und Umweltorganisation urgewald. "Wir fordern Munich Re und Allianz auf, beim Projektbetreiber die sofortige Umsetzung der Auflagen einzufordern und die am Tapajós geplanten weiteren Staudämme nicht abzusichern."

Caroline Kim von der Initiative GegenStrömung erklärte: "Wir haben die Turbinenhersteller wie VoithHydro und die Versicherer Allianz und Munich RE immer wieder auf die Problemlagen bei Belo Monte hingewiesen und sie vor zukünftiger Beteiligung an den Tapajós-Staudämmen gewarnt."

Foto: Baustelle des Wasserkraftwerks im Jahr 2015 - Wikipedia / CC BY 3.0 / Pascalg622

Quelle: www.urgewald.org 


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