unesco deBerlin. - Der Schutz und die Erhaltung des Kulturerbes in Syrien stehen im Mittelpunkt eines internationalen Expertentreffens, das vom 2. bis 4. Juni in Berlin stattfindet. Zu der dreitägigen Konferenz im Auswärtigen Amt sind mehr als 170 Expertinnen und Experten aus aller Welt eingeladen, zu denen renommierte Archäologen, Altertumswissenschaftler und Denkmalpfleger ebenso zählen wie Architekten und Städteplaner.

Das Treffen findet auf Einladung der UNESCO-Generaldirektorin, Irina Bokova, und der Sonderbeauftragten des Auswärtigen Amtes für UNESCO-Welterbe und die UNESCO-Kulturkonventionen, Staatsministerin Prof. Maria Böhmer, statt. Ziel der Tagung ist es, die laufenden nationalen und internationalen Aktivitäten bei der Dokumentation und Bewertung von Schäden an den syrischen Kulturerbestätten wie Palmyra voranzutreiben und die wichtigsten Experten auf diesem Gebiet miteinander zu vernetzen. Über die Aus- und Fortbildung von Museumsfachleuten und Experten für den Wiederaufbau des kulturellen Erbes Syriens soll dabei ebenso beraten werden wie über den illegalen Handel mit syrischen Kulturgütern.

"Die Bewahrung unseres Erbes ist kein Nebenschauplatz unserer politischen Verantwortung", sagte Prof. Dr. Verena Metze-Mangold, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission. "Gerade die jüngsten Zerstörungen des kulturellen Erbes in Syrien, aber auch in weiteren Ländern zeigen, wie sehr dieser Verlust uns im Zentrum unserer Werte und Identitäten trifft. Der Einsatz für das Kulturerbe ist ein Einsatz für universelle Werte der Menschheit. Beim Erhalt des syrischen Kulturerbes zählt jetzt vor allem die Bereitschaft, mit allen relevanten Partnern zusammenzuarbeiten und den multilateralen Rahmen zu nutzen, um dies koordiniert zu tun."

Staatsministerin Maria Böhmer erklärte dazu: "Gemeinsam mit der UNESCO ist es uns gelungen, eine Gruppe von Experten, Institutionen und Nichtregierungsorganisation nach Berlin einzuladen, die auf dem Gebiet des Kulturgutschutzes weltweit führend sind. Noch immer herrscht Krieg in Teilen Syriens. Dennoch ist es unser Ziel, schon jetzt die Grundlagen für den Wiederaufbau der Welterbestätten und damit den Erhalt und die Stärkung der kulturellen Identität Syriens zu sichern. Trotz schwerer Schäden gibt es Perspektiven für eine erfolgreiche Konservierung und Restaurierung. Palmyra ist das Symbol für viele Kulturstätten Syriens, die es für die Menschen in Syrien und der ganzen Welt zu erhalten gilt."

Unter den Teilnehmern der Tagung befinden sich neben dem Leiter der syrischen Antikenbehörde auch zahlreiche weitere in Syrien tätige und aus Syrien stammende Wissenschaftler. Fachlich vorbereitet wurde die Tagung vom Deutschen Archäologischen Institut (DAI), der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), dem Welterbezentrum der UNESCO und der Deutschen UNESCO-Kommission.

Im Zusammenhang mit der Konferenz findet auch ein von der Deutschen UNESCO-Kommission organisiertes und von der Gerda Henkel Stiftung unterstütztes Forum junger Experten unter dem Motto "Unite for Syrian Heritage" statt, das zum Ziel hat, junge Nachwuchswissenschaftler aus den Bereichen Archäologie, Denkmalpflege und Stadtplanung zu vernetzen und der nächsten Generation eine Stimme zu geben.

Quelle: www.unesco.de 


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