Maren PaechColombo/Köln (epo). - Der Malteser Hilfsdienst hat die desolate Sicherheitslage für Mitarbeiter der Not- und Katastrophenhilfe in Sri Lanka beklagt. Die Situation sei unberechenbar, erklärte Maren Paech, Projektkoordinatorin von Malteser International in Sri Lanka: "Früher richteten sich die Anschläge eher gegen Armee-Stützpunkte, jetzt haben sich die Attacken auf die Zivilbevölkerung ausgeweitet. Und sogar am Strand, wo sonst Familien, Freunde und Studenten friedlich den Tag ausklingen lassen, ist man nicht mehr sicher." Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) betrachtet die instabile politische Situation im Norden und Osten von Sri Lanka "mit großer Sorge".

Im Umland von Trincomalee komme es immer wieder zu Anschlägen und Schießereien, berichtete Paech, die im Osten Sri Lankas unter anderem für das vom FC Bayern München finanzierte Wiederaufbauprojekt des Dorfes Seenanveli verantwortlich ist.

Elf Mitarbeiter von Malteser International, darunter sechs Deutsche, betreuen in Sri Lanka 20 Projekte mit einem Gesamtvolumen von mehr als fünf Millionen Euro. Die Projekte befinden sich in den vom Tsunami am stärksten betroffenen Regionen an der Nord-, Ost- und Südküste.

Um eine sozial und regional gerechte Verteilung der Hilfe zu gewährleisten, arbeitet Malteser International mit Kooperationspartnern aus den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zusammen. Programmschwerpunkte sind: Wiederaufbau von Häusern, Behinderten- und Kinderheimen sowie Waisenhäusern. Zudem organisiert Malteser International Ausbildungs- und Einkommen schaffende Maßnahmen sowie psychosoziale Begleitung von traumatisierten Tsunami-Opfern.

Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) betrachtet die instabile politische Situation im Norden und Osten von Sri Lanka "mit großer Sorge". Alle Aktivitäten im Tamilengebiet könnten zur Zeit noch ohne Einschränkungen fortgeführt werden. Das DRK stellt mit 20 Mitarbeitern und 24 Projekten im Tamilengebiet eine der größten internationalen Delegationen. Mehr als 30 Millionen Euro der Tsunami-Spenden sollen in den kommenden fünf Jahren in diesen Gebieten eingesetzt werden.

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