Berlin. - Die Zahl der aus Mossul geflüchteten Menschen hat sich innerhalb einer Woche verdreifacht. Viele der Überlebenden sind schwer verletzt und traumatisiert. Sie berichten von zahlreichen Toten und Verletzten in der umkämpften Stadt. Die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam setzt gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen alles daran, dass die Neuankömmlinge in den Flüchtlingscamps und die Bevölkerung in den Dörfern der Umgebung die nötige Unterstützung erhalten, bevor der nahende Winter die Lage weiter verschärft.

Die Zahl der Geflüchteten hat sich Oxfam zufolge seit vergangener Woche von 875 auf mindestens 3.362 Familien mehr als verdreifacht. Doch einige Camps seien bereits voll belegt und es fehle an geeigneten Unterkünften, Heizung und sauberem Trinkwasser. Oxfam warnt angesichts der fallenden Temperaturen und des Regens vor der Ausbreitung von Krankheiten.

Eine 25-jährige Frau, die kürzlich gemeinsam mit ihrer zehn Wochen alten Tochter im Camp Hassansham angekommen ist, sagte über die Lage in Mossul: "Es war die Hölle, viele unserer Nachbarn wurden getötet." Eine andere Frau, die aus dem Vorort Hai Samar geflohen ist, berichtete, ihr Ehemann sei bei einem Selbstmordanschlag durch den sogenannten Islamischen Staat getötet worden und sie selbst, ihre neunjährige Tochter und Angehörige weiterer Familien hätten schwere Verbrennungen erlitten.

Andres Gonzales, Oxfam-Landesdirektor im Irak, berichtete: "Es ist ein Rennen gegen die Zeit: Der Winter rückt immer näher und viele Menschen sind der Witterung weitgehend schutzlos ausgesetzt. Wir arbeiten rund um die Uhr, damit alle Neuankömmlinge Zelte, Trinkwasser, Decken und Hygiene-Sets erhalten."

Oxfam leistet außer in den Camps auch in Dörfern in der Umgebung von Mossul Nothilfe für Vertriebene und Einwohner/innen, die mit einem Mangel an Lebensmitteln, Trinkwasser, Brennstoff und Medikamenten zu kämpfen haben.

Quelle: www.oxfam.de 


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