bmzBerlin. - Mit einer ganzen Reihe von konkreten Vereinbarungen ist Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) am Montag zur Klimakonferenz nach Marrakesch (Marokko) gereist. Wie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mitteilte, sollen die Investitionen in das weltgrößte und modernste Solarkraftwerk in der marokkanischen Wüste noch einmal verstärkt werden. Der deutsche Beitrag beläuft sich auf insgesamt knapp 830 Millionen Euro, unter anderem in Form zinsverbilligter Kredite.

Sowohl die Turbinen als auch die Parabolspiegel kommen nach BMZ-Angaben von deutschen Unternehmen. Das Solarkraftwerk Ouarzazate vermeide mindestens 800.000 Tonnen CO2-Ausstoß und könne 1,3 Millionen Menschen mit Strom aus Solarenergie versorgen. Darüber hinaus unterstützt das BMZ den afrikanischen Kontinent auf seinem Weg in eine nachhaltige Energieerzeugung. Mit deutscher Unterstützung der Africa Renewable Energy Initiative (AREI) soll bis 2020 eine Strommenge aus erneuerbaren Energien gewonnen werden, die rund zehn Kohlekraftwerke ersetzt.

"Entwicklungspolitik ist globale Zukunftspolitik", sagte Entwicklungsminister Müller. "Deshalb schlagen wir in unserer Entwicklungszusammenarbeit völlig neue Wege in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein. Nur dann können wir alle gemeinsam die in Paris gesetzten Klimaziele umsetzen. Vom weltweit größten Solarkraftwerk in der marokkanischen Wüste über Aufforstungsprogramme in Kamerun bis hin zum Küstenschutz in Bangladesch: Die deutsche Entwicklungspolitik bietet sich als kompetenter Partner für Klimalösungen in Schwellen- und Entwicklungsländern an und investiert heute bereits knapp 90 Prozent der globalen Klimaschutzmittel der Bundesregierung."

Insgesamt stößt das BMZ nach eigenen Angaben jedes Jahr Klimaschutzprogramme an, die insgesamt mehr als 200 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das entspreche dem Ausstoß von 100 Kohlekraftwerken.

In Marrakesch trifft Müller neben dem Präsidenten der afrikanischen Entwicklungsbank, Akinwumi Ayodeji Adesina, auch den marokkanischen Landwirtschaftsminister Aziz Akhannouch sowie Vertreterinnen und Vertreter deutscher Nichtregierungsorganisationen und von deutschen Unternehmen. Insgesamt sind 200 deutsche Firmen in Marokko tätig. Sie arbeiten auch in Bereichen der erneuerbaren Energien oder im Landwirtschaftssektor. Marokko war in diesem Jahr das erste afrikanische Partnerland der Grünen Woche in Berlin.

Nach seinen Gesprächen am Montag und Dienstag in Marrakesch wird Bundesminister Müller nach Mauretanien reisen. Das Land ist vom Klimawandel in mehrfacher Weise betroffen. Der Anstieg des Meeresspiegels bedroht die Existenz der 3,5 Millionen Einwohner genauso wie extreme Unwetter und Dürren. Das Entwicklungsministerium arbeitet in Mauretanien unter anderem im Bereich Meeresschutz und beim Aufbau einer nachhaltigen Fischerei.

Quelle: www.bmz.de 


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