bmzMarrakesch. - Auf der Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen in Marrakesch ist am Dienstag eine globale Klima-Partnerschaft gegründet worden, die insbesondere Entwicklungsländer bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens unterstützen soll. Die Bundesregierung hatte die Partnerschaft gemeinsam mit Marokko, dem Gastgeber der diesjährigen Klimakonferenz, sowie dem Forschungsinstitut World Ressource Institute initiiert. Mehr als 40 Industrieländer, Entwicklungsländer und internationale Organisationen gehören zu den Gründungsmitgliedern.

Die Partnerschaft soll nach Angaben des Entwicklungsministeriums (BMZ) eine ambitionierte und schnelle Umsetzung der nationalen Klimapläne sicherstellen. Hierfür wollen sich die Mitglieder eng vernetzen und untereinander koordinieren sowie den Zugang zu Finanzierung und technischer Unterstützung für Entwicklungsländer verbessern.

"Jede Zeitverzögerung bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens treibt die Kosten in die Höhe", sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). "Darum müssen wir jetzt handeln und auch Entwicklungs- und Schwellenländer bei ihren Klimaplänen unterstützen. Denn der Klimawandel macht an den Landesgrenzen nicht halt. Mit der Partnerschaft schaffen wir einen Umsetzungsmotor für weltweit maßgeschneiderte Klimalösungen."

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erklärte: "Die nationalen Klimabeiträge sind das Herzstück des Pariser Abkommens. Nur wenn wir die Entwicklungsländer dabei unterstützen, diese konsequent umzusetzen, werden sie bereit sein, ihre Ambition schrittweise zu erhöhen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass wir die vereinbarten Temperaturziele – deutlich unter 2 Grad Erhöhung zu bleiben und 1,5 Grad im Blick zu halten – nicht überschreiten."

Die Bundesregierung will laut BMZ einen Großteil ihrer Klimafinanzierung – 2015 allein 2,7 Milliarden Euro auf der Basis von Haushaltsmitteln – an der Partnerschaft ausrichten und so Länder auf allen Kontinenten bei Klimaschutz und Klimaanpassung unterstützen: Die Maßnahmen reichen von der Förderung für das größte und modernste Solarkraftwerk im marokkanischen Ouarzazate über Wald- und Artenschutz in Kolumbien bis zu Küstenschutzmaßnahmen in Vietnam. Jedes Jahr sollen mit der Klimafinanzierung der Bundesregierung signifikante Emissionsminderungen erreicht werden.

Die Bundesregierung finanziert den Aufbau des Sekretariats der Partnerschaft sowie gezielte Beratungsleistungen zur Umsetzung nationaler Klimapläne, so das BMZ. Das Sekretariat werde auch Anlaufstelle sein, an die sich Entwicklungsländer bei konkreten Fragen wenden können. Interessierte Länder können beispielsweise dahingehend beraten werden, wie Klimamaßnahmen in der Haushaltsplanung berücksichtigt werden können und wo sie finanzielle Unterstützung für Klimainvestitionen erhalten. Für diese Maßnahmen stellt das BMZ im Rahmen der Klima-Partnerschaft 28 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere drei Millionen Euro sind für den Aufbau des Sekretariats der Partnerschaft vorgesehen. Das Umweltministerium unterstützt mit der internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) insbesondere Maßnahmen zur Berichterstattung und Ambitionssteigerung der nationalen Klimapläne.

=> www.ndcpartnership.org 

Quelle: www.bmz.de 


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