mccBerlin. - Das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) wird im Kontext des sogenannten T20-Prozesses die Arbeitsgruppe "Climate Policy and Finance" leiten. Vor dem Hintergrund der deutschen G20-Präsidentschaft soll diese Arbeitsgruppe aus mehreren wissenschaftlichen Think Tanks in den nächsten Monaten für die Bundesregierung konkrete und wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für die Klimapolitik entwickeln und vorstellen. Der offizielle Startschuss für die Zusammenarbeit mit den anderen beteiligten Think Tanks fällt am 3. Dezember mit einer Fachkonferenz am MCC.

Damit arbeitet das MCC eng mit dem Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) und dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) in Bonn zusammen. Diese sind von der Bundesregierung gemeinsam betraut, die G20-Präsidentschaft Deutschlands im kommenden Jahr zu begleiten. Dazu organisieren sie den T20-Prozess, in dem sich internationale Think Tanks mit den aktuellen Themen der G20 befassen.

Jede der insgesamt neun Arbeitsgruppen – neben "Climate Policy and Finance" unter anderem eine zu Migration sowie eine zur digitalen Wirtschaft – tritt in direkten persönlichen Austausch mit den politischen Entscheidern. Jede Gruppe erstellt mindestens einen Policy Brief. Dieser soll bis zum T20-Gipfel im Mai fertiggestellt sein.

"Die Arbeitsgruppe "Klimapolitik und Finanzen" wird sich inhaltlich fokussieren auf die CO2-Bepreisung, den Aufbau nachhaltiger Infrastrukturen für ein CO2-armes Wachstum sowie "grüne" Finanzierung als Hebel zur Innovationsförderung", sagte MCC-Direktor Ottmar Edenhofer, der die Arbeitsgruppe leitet. "Diese Themen gehören zusammen: Eine CO2-Bepreisung bringt den Regierungen wichtige Einnahmen, die sie in den Infrastrukturaufbau investieren. Zugleich treiben sie so die Nachhaltigen Entwicklungsziele der UN voran. Wir wollen damit nicht nur die Umweltminister, sondern vor allem die Finanzminister der G20 adressieren."

Neben Edenhofer wird die "Climate Policy and Finance"-Arbeitsgruppe im T20-Prozess auch von Céline Bak (Centre for International Governance Innovation, CIGI) und Amar Bhattacharya (Brookings Institution) geleitet. Es wirken unter anderem die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) mit, das Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam, sowie im Ausland das Centre for European Policy Studies (CEPS) in Brüssel, die Fondazione Eni Enrico Mattei (FEEM) aus Italien und das Korea Development Institute (KDI).

"Die wissenschaftliche Politikberatung gehört zu den Kernkompetenzen des MCC", erklärte Generalsekretärin Brigitte Knopf, die den Prozess maßgeblich koordiniert. "Wir werden den Prozess so organisieren, dass für die politischen Entscheider am Ende ein klares Bild entsteht. Zugleich werden wir aber auch die wissenschaftlichen Kontroversen auf den Tisch legen."

Die G20-Staaten sind für etwa 75 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich und erwirtschaften mehr als 80 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Um die Zwei-Grad-Obergrenze einzuhalten, müssen die Industriestaaten schnell dekarbonisieren und die Schwellen- und Entwicklungsländer einen Weg finden, wie sie ihr Wirtschaftswachstum vom Emissionswachstum entkoppeln.

Die Staats- und Regierungschefs der G20 werden Anfang Juli 2017 zu ihrem Gipfel in Hamburg zusammenkommen. Die T20 wurden 2012 von der mexikanischen G20-Präsidentschaft initiiert. Sie sollen der G20 als "Ideenspeicher" dienen. Die G20 sollen dadurch Unterstützung bei ihrer Suche nach ganz konkreten und nachhaltigen politischen Maßnahmen erhalten. Vor diesem Hintergrund organisieren die T20 die Zusammenarbeit von Think Tanks weltweit.

Quelle: www.mcc-berlin.net 


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