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biccBonn. - Das Bonn International Center for Conversion (BICC) hat jetzt den Globalen Militarisierungsindex (GMI) 2016 veröffentlicht. Der GMI bildet das relative Gewicht des Militärapparats von Staaten im jeweiligen Verhältnis zur Gesellschaft als Ganzes ab. Der diesjährige GMI setzt den Militarisierungsgrad ins Verhältnis zu dem von der Deutschen Welthungerhilfe herausgegebenen Welthunger-Index 2016.

Der Welthungerindex erklärt Hunger nicht nur mit ökonomischen oder klimatischen Ursachen, sondern auch mit Instabilität und gewaltsamen Konflikten. Dass die meisten Staaten, in denen Hunger herrscht, einen relativ niedrigen Militarisierungsgrad haben, verweist nach Angaben des BICC darauf, dass eine schwache Militarisierung häufig nicht auf eine friedliche Gesellschaft, sondern vielmehr auf einen schwachen Sicherheitssektor und ein unsicheres Umfeld hindeutet. "Beispiele hierfür sind vor allem ehemalige Bürgerkriegsländer wie Sierra Leone (Platz 146) und Liberia (Platz 149), die zu den Ländern gehören, die unter 'ernstem' oder sogar 'sehr ernstem' Hunger leiden", erklärte Prof. Dr. Conrad Schetter, Forschungsdirektor des BICC und Mitglied des Präsidiums der Deutschen Welthungerhilfe.

Nichtsdestotrotz befinden sich unter den 20 am stärksten unter Hunger leidenden Ländern auch Staaten mit einem relativ hohen Militarisierungsgrad. Hierzu zählen der Tschad (Platz 68), Namibia (Platz 46), Pakistan (Platz 52) oder Angola (Platz 37), das innerhalb der Länder Subsahara Afrikas der am stärksten militarisierte Staat ist. "Möglicherweise binden dort die starken Investitionen in das Militär Ressourcen, die sonst zur Bekämpfung des Hungers oder für das Gesundheitssystem zur Verfügung stünden", schlussfolgert Conrad Schetter.

Der Globale Militarisierungsindex stellt zum Beispiel die Militärausgaben ins Verhältnis zum BIP und den staatlichen Gesundheitsausgaben (Anteil am BIP). Der GMI 2016 umfasst 152 Staaten und basiert auf den aktuellsten vorliegenden Zahlen, in der Regel sind das die Daten des Jahres 2015 (http://gmi.bicc.de/). Der Index wird durch das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Quelle: www.bicc.de


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