attac 150Frankfurt/Main. - Attac hat begrüßt, dass das am Dienstag beginnende Weltwirtschaftsforum die zunehmende soziale Ungleichheit als eines der zentralen globalen Probleme sieht. Das globalisierungskritische Netzwerk wirft den versammelten Topmanagern und Politikern aber vor, aus dieser Erkenntnis keine Konsequenzen zu ziehen.

"Wie jedes Jahr werden die in Davos Versammelten tief besorgt vor den Risiken ihrer eigenen Politik warnen, während sie gleichzeitig den neoliberalen Umbau der Weltwirtschaft weiter vorantreiben", sagte Kerstin Sack vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. Gesellschaftliche Polarisierung, Einkommens- und Vermögensungleichheit und aufkommender Nationalprotektionismus seien nicht vom Himmel gefallen, sondern die Folge einer neoliberalen Wirtschaftspolitik, die auf Freihandel, unkontrollierte Finanzmärkte und Steuersenkungen für Unternehmen und Reiche setzt.

"Notwendig ist eine Politik, die aktiv die Ursachen von gesellschaftlicher Polarisierung und Ungleichheit angeht. Neoliberalismus und Freihandel haben abgewirtschaftet", ergänzt eJohannes Döring, ebenfalls Mitglied im Attac-Koordinierungskreis. "Ein Politikwechsel hin zu mehr Finanzmarktregulierung, einem Ausbau der sozialen Sicherungssysteme und einer Umverteilung von oben nach unten würde auch dem erstarkenden Rechtspopulismus den Boden entziehen. Von der in Davos versammelten, selbsternannten Weltelite ist jedoch keine Lösung zu erwarten; sie ist Teil des Problems."

Staaten müssen sich Attac zufolge wieder ihr Recht nehmen und über eine ausgewogene Steuergesetzgebung die nötigen Finanzmittel verschaffen, um die anstehenden gesellschaftlichen Veränderungsprozesse gestalten zu können. Voraussetzung dafür ist, dass Unternehmen und Vermögende durch eine gerechte Besteuerung ihren Beitrag dazu leisten. Statt schwächere Länder durch transnationale Konzerne im Namen des Freihandels auszubeuten, gilt es, die Wirtschaftsbeziehungen im Rahmen eines internationalen Handelsmandates zum Vorteil aller Menschen zu gestalten.

BÜNDNIS "REICHTUM UMVERTEILEN" FÜR SOZIALE GERECHTIGKEIT

Unter dem Motto "Reichtum umverteilen – ein gerechtes Land für alle" wird sich Attac in den kommenden Monaten gemeinsam mit Bündnispartnern verstärkt für eine Umverteilung von oben nach unten einsetzen, unter anderem durch die Bekämpfung von Steueroasen und Steuervermeidung sowie eine Erhöhung der Steuern für Reiche. Dem Bündnis gehören außer Attac der AWO-Bundesverband, die Nationale Armutskonferenz, der Paritätischen Gesamtverband, Oxfam und Verdi an.

Quelle: attac.de


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