itfParis. - Die gegenwärtigen und die vorhersehbaren Maßnahmen zur Absenkung der weltweiten CO2-Emissionen aus dem Verkehr werden nicht genügen, um die Klimaziele der internationalen Gemeinschaft zu erreichen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des International Transport Forum (ITF) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die am Montag in Paris veröffentlicht wurde.

Der künftig weiter stark ansteigende Mobilitätsbedarf bedeutet, dass die Verkehrsemissionen im Jahr 2050 selbst im optimistischsten Szenario noch in etwa auf dem Niveau des CO2-Ausstoßes von 2015 bei rund 7,5 Gigatonnen liegen werden, so die Projektion im neuen Report "ITF Transport Outlook 2017".

Dieses Szenario unterstellt bereits, dass der Einsatz neuer Technologien sowie Verhaltensänderungen eine erhebliche Verminderung der Verkehrsemissionen bringen, bezogen auf die Summe der zurückgelegten Strecke. Im weniger optimistischen Basisszenario des ITF Transport Outlook führt die Verdopplung der weltweiten Nachfrage nach Mobilität zu einem Anstieg der CO2-Verkehrsemissionen um 60 Prozent zwischen 2015 und 2050.

"Wir müssen sowohl das Innovationstempo beschleunigen als auch drastische politische Weichenstellungen vornehmen, um den Verkehr vom CO2 zu entwöhnen", erklärte ITF-Generalsekretär José Viegas anlässlich der Vorstellung des Berichts am Montag in Paris. "Der technologische Fortschritt kann bis 2050 rund 70 % der möglichen CO2-Reduktion liefern. Mehr verlangt eine neue Herangehensweisen an die Moblität. In diesem Bereich gibt es noch viel Spielraum. Wir müssen sehr viel stärker über Dinge wie 'shared mobility', veränderte Logistikketten und sogar neue Verkehrsträger nachdenken."

Eine wesentliche Erschwernis für die Absenkung von Verkehrsemissionen sind dem Bericht zufolge Verschiebungen bei den globalen Haupthandelsrouten. Zunehmender Warenaustausch in Regionen mit wenig entwickelten Eisenbahnnetzen oder Binnenschifffahrtswegen führe bis 2050 nahezu zu einer Verdoppelung der CO2-Emissionen aus Straßengüterverkehr. Der Frachtverkehr auf innerasiatischen Routen werde dabei mit plus 250 % besonders stark zunehmen. Maßnahmen zur verbesserten Auslastung wie truck sharing, Routenoptimierung oder Ausweitung von Lieferzielzeiten würden helfen, diese Zuwächse zu mindern.

Mobilität in Städten ist ebenfalls ein Problemfeld, so die Studie. Die Kfz-Nutzung in Städten wird sich bis 2050 verdoppeln; vor allem dadurch, dass Schwellenländer die Mobilitätsbedürfnisse ihrer Bürger zu befriedigen suchen. Der ITF-Analyse zufolge können Städte die Zahl der Autos auf dem Niveau von 2015 halten, wenn sie jetzt eine integrierte Raum- und Verkehrsplanung einführen, aktiv Preismechanismen nutzen, um das Mobilitätsverhalten zu steuern, sowie in den Nahverkehr investieren.

"Mit dem richtigen Maßnahmen-Mix werden sogar schnellwachsende Städte in der Lage sein, ihren Bewohnern dasselbe Mobiltitätsniveau wie heute zu bieten, aber in einer weitaus nachhaltigeren Art und Weise", sagte Jari Kauppila, Leiter Modelle und Statistik des ITF.

=> ITF Transport Outlook 2017

Quelle: www.itf-oecd.org 


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