unescoBonn. - Kommunen sind Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung. Mobilität, Energie und sozialer Zusammenhalt werden maßgeblich von der kommunalen Ebene beeinflusst. Am 15. Februar zeigen Vertreterinnen und Vertreter der Städte Frankfurt am Main, Hamburg und Neumarkt in der Oberpfalz beim UNESCO-Tag auf der Bildungsmesse didacta in Stuttgart, wie sie nachhaltige Entwicklung durch Bildung voranbringen.

Ein Expertengespräch auf der didacta thematisiert Herausforderungen, Erfolgsgeschichten und Gelingensbedingungen für die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung und der Globalen Nachhaltigkeitsziele. Veranstalter ist die Deutsche UNESCO-Kommission mit Unterstützung des didacta Verbandes im Internationalen Congresscenter Stuttgart.

Seit 2008 arbeitet die Stadt Frankfurt mit dem Konzept Bildung für nachhaltige Entwicklung, auf der Grundlage eines Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung. Das Netzwerk "Nachhaltigkeit lernen in Frankfurt" vereint zahlreiche Bildungsprojekte und -programme. Dazu zählt beispielsweise das an allen Frankfurter Grundschulen etablierte "Schuljahr der Nachhaltigkeit", welches globales Denken von Schülerinnen und Schülern fördert. Im Klimaschutzkonzept der Stadt spielt Klimabildung eine wichtige Rolle. Das temporäre "Plus-Energie-Haus" inmitten der Stadt oder das Angebot von Lernwerkstätten zum Thema "Passivhaus" für Schulen sind dafür zwei Beispiele. Für seine innovative Arbeit wurde Frankfurt 2016 im Rahmen der deutschen Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet.

Die vom Hamburger Senat 2005 ins Leben gerufene Initiative "Hamburg lernt Nachhaltigkeit" vernetzt Behörden, Institutionen, Verbände, Netzwerke und Personen. Allen ist gemeinsam, dass sie Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Stadt voranbringen. Über 85 Hamburger Bildungsprojekte und -initiativen wurden seit 2005 ausgezeichnet, darunter das Netzwerk KITA 21, das nachhaltige Entwicklung durch frühkindliche Bildung fördert. Die Stadt Hamburg ist enger Partner der UNESCO zur Förderung nachhaltiger Entwicklung durch Bildung auch in anderen Kommunen – sowohl national als auch international. Im Dezember 2016 diskutierten Städtevertreter aus Europa und Nordamerika beim UNESCO-Institut für Lebenslanges Lernen in Hamburg über die Umsetzung der Globalen Nachhaltigkeitsziele auf lokaler Ebene. Gemeinsam mit Hamburg will die UNESCO hierzu die Zusammenarbeit verschiedener Städtenetzwerke fördern.

2002 entschied der Stadtrat von Neumarkt in der Oberpfalz, eine Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln. Bürgerbeteiligung wird seitdem großgeschrieben: Das Nachhaltigkeitsleitbild der Stadt wurde gemeinsam mit ihnen formuliert. Alle zwei Jahre lockt die Nachhaltigkeitskonferenz der Stadt Akteure aus ganz Deutschland in die Oberpfalz. Im Wechsel mit der Konferenz wird der Klimaschutzpreis ausgelobt, für den sich Schulen, Vereine, Unternehmen und auch Privatpersonen bewerben können. Erfolgreich ist das Förderprogramm "Nachhaltigkeit neu lernen" der Stadt für Mikroprojekte. Neumarkt ist Fair Trade Stadt und erhielt 2012 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Die Stadt in der Oberpfalz ist nicht nur lokal und national gut vernetzt, sondern pflegt zum Beispiel auch eine Klimapartnerschaft mit der südafrikanischen Gemeinde Drakenstein.

Bildung für nachhaltige Entwicklung ermöglicht Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und abzuschätzen, wie sich eigene Handlungen auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirken. In der Globalen Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen und dem UNESCO-Weltaktionsprogramm (2015-2019) ist die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung als Ziel für die Weltgemeinschaft festgeschrieben. In Deutschland hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Federführung für die Umsetzung des Weltaktionsprogramms.

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Quelle: www.unesco.de


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