amerika 21Caracas. - Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat gegenüber dem sozialistisch regierten Venezuela einen Weg der Konfrontation eingeschlagen. Sie setzte den Vizepräsidenten des südamerikanischen Landes, Tareck El Aissami, auf die "Liste ausländischer Drogenbosse" und unterwarf ihn Sanktionen. Das hat das Lateinamerika-Portal amerika21 am Freitag berichtet. Der US-Präsident sei zudem - vor jedem offiziellen Kontakt mit der venezolanischen Regierung - mit Lilian Tintori, einer Vertreterin der extremen Rechten von Venezuela, zusammengetroffen.

Eine Verlautbarung des Schatzamtes der USA beschuldigt El Aissami nach Angaben von amerika21, Drogenlieferungen aus Venezuela über Flüge und Schiffstransporte erleichtert zu haben. Man werde alle mutmaßlichen Vermögen des venezolanischen Offiziellen in den USA einfrieren. Konkret richte sich die Maßnahme gegen 13 Unternehmen im Besitz von Samark Jose Lopez Bello, der zum "Strohmann" von El Aissami erklärt worden sei. Allerdings habe die Trump-Administration bisher weder Belege für die Anschuldigungen vorgelegt, noch habe die US-Justiz offizielle Ermittlungen gegen El Aissami oder Bello eingeleitet.

Venezuelas Außenministerin Delcy Rodríguez hat dieses Vorgehen als eine Verletzung internationalen Rechts verurteilt und spricht von einem "beispiellosen Akt", so amerika21. Das Ministerium betone, dass Venezuela seit der Ausweisung der US-amerikanischen Anti-Drogen-Behörde DEA 2005 seine Effizienz bei der Bekämpfung des Drogenhandels um 60 Prozent habe erhöhen können. Diese Erfolge seien unter der Leitung des Innenministeriums möglich geworden, dem El Aissami 2008 bis 2012 vorstand. Eine ähnliche Verbesserung bei der Drogenbekämpfung sei auch in Bolivien verzeichnet worden, nachdem die dortige Linksregierung unter Evo Morales ebenfalls die DEA des Landes verwiesen hatte.

Mit Lilian Tintori traf Trump laut amerika21 eine Symbolfigur der venezolanischen extremen Rechten. Sie sei die Ehefrau von Leopoldo López, der als ein Hauptverantwortlicher für die Unruhen von 2014, die 43 Todesopfer und hunderte Verletzte forderten, inhaftiert worden sei. Der US-Präsident habe mit dem öffentlichen Kontakt den Teil der venezolanischen Opposition aufgewertet, der den Dialog in dem von einer wirtschaftlichen Krise heimgesuchten Öl-exportierenden Land ablehne, so amerika21. Trump habe im Anschluss an das Zusammentreffen getwittert, dass López freigelassen werden müsse.

Die Außenministerin Venezuelas verurteilte umgehend die "Einmischung Trumps in die inneren Angelegenheiten" ihres Landes und bedauerte seine "Unterstützung für den Rädelsführer von blutigen und verfassungswidrigen Aktionen".

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Quelle: www.amerika21.de 

 


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