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wvBerlin. - World Vision Deutschland hat am Montag die Ermöglichung des Familiennachzugs für Flüchtlinge mit subsidiärem Schutzstatus gefordert, insbesondere dann, wenn Minderjährige betroffen sind. Am Montag findet im Innenausschuss des Deutschen Bundestages zu dem Thema eine öffentliche Anhörung statt.

Im März 2016 wurde die Möglichkeit des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten für zwei Jahre ausgesetzt. Bei der damaligen Entscheidung wurde damit argumentiert, dass die Aussetzung des Familiennachzugs nur einen kleinen Teil der Flüchtlinge betreffen würde – im Januar 2016 erhielten bspw. nur etwa 1 % der syrischen Flüchtlinge den subsidiären Schutzstatus. Seitdem hat sich jedoch die Entscheidungspraxis des BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) verändert und schon im August Jahr 2016 lag der Anteil der syrischen Geflüchteten, die subsidiären Schutzstatus erhalten haben bei 74 %. Sie können ihre Familie deshalb nicht nachholen und müssen jahrelang getrennt voneinander leben – mit allen damit verbundenen Sorgen um die im Kriegsgebiet verbliebenen Familienmitglieder.

Laut dem Deutschen Institut für Menschenrechte läuft dies der UN-Kinderrechtskonvention zuwider. Ihr zufolge sind Anträge auf Familiennachzug, die Kinder betreffen, jederzeit zu ermöglichen, beschleunigt zu bearbeiten und am Maßstab des Kindeswohls zu entscheiden. Das Recht, als Familie zusammenleben zu können, ist grund- und menschenrechtlich verbrieft.

Die Leidtragenden dieser Regelung sind die Kinder, sie trifft das Auseinanderreißen ihrer Familien besonders hart. Sie sind in ihrer besonderen Entwicklungsphase ganz besonders auf den Zusammenhalt, den Schutz und die Stabilität ihrer Familie angewiesen.
In der World Vision Studie "Angekommen in Deutschland. Wenn geflüchtete Kinder erzählen" wird deutlich, dass gerade auch aus der Sicht der betroffenen Kinder der im deutschen Grundgesetz verankerte Schutz der Familie entscheidend ist.  Denn über verlässliche Beziehungen erfahren sie Sicherheit, Vertrauen und Schutz.

Gudrun Schattschneider, Leiterin der Abteilung Politik bei World Vision Deutschland e.V. dazu: "Wir müssen den Zusammenhalt von Familien gewährleisten. Familien und familiäre Bindungen im Alltag sind zentral für Wohlbefinden, psychische Gesundheit und Integration. Familienzusammenführungen sind demnach – gerade auch aus der Perspektive der Kinder – zu unterstützen und aktiv anzugehen."

Quelle: worldvision.de


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