Bern. - Die Anlagepolitik der Schweizer Nationalbank missachtet das UN-Klimaschutz­abkommen von Paris. Das hat die Klima-Aliianz in der Schweiz am Mittwoch beklagt. Mit einem Klimaschutz-Memento und einer Aktion der Klima-Allianz fordern 135 Persönlichkeiten die Schweizer Nationalbank anlässlich der Generalversammlung am 28. April 2017 auf, einen Ausstiegsplan aus fossilen Energien vorzulegen. Die Investitionen der Nationalbank in Kohle, Erdöl und Erdgas entsprechen dem jährlichen CO₂-Ausstoss der gesamten Schweiz.

Mit dem Klimaschutz-Memento fordern 135 Persönlichkeiten aus Natur- und Umweltwissenschaft, aus Wirtschafts-, Rechts- und Finanzwissenschaft, aus Ethik und Nachhaltigkeit, aus Glaubensge­meinschaften, Hilfswerken, Umweltorganisationen sowie aus der Politik die Schweizer Nationalbank (SNB) auf, aus Investitionen in Kohle, Erdöl und Erdgas auszusteigen. Sie werden bis heute unter­stützt durch 2700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Online-Petition.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Artisans de la Transition deckt auf, dass die Nationalbank weiterhin 10,8 Prozent des US-Aktienportfolios in die fossile Industrie investiert. Diese Anlagen produzieren jährlich einen ähnlich hohen CO₂-Ausstoss wie die gesamte Schweiz.

Die Unterzeichnenden des Klimaschutz-Memento fordern die SNB auf, die CO₂-Emissionen des gesamten global angelegten Portfolios zu veröffentlichen sowie einen Ausstiegsplan aus fossilen Energien vorzulegen. Sie soll in Zukunft Investitionen in die grössten CO₂-Verursacher ausschliessen. Darunter fallen Unternehmen mit den grössten Reserven an Kohle, Erdöl und Erdgas, Schiefergas-Förderer und andere stark in Kohle investierte Firmen.

Die klimaschädliche Anlagepolitik der SNB hat bereits die Aktionärsgruppe "Assemblée des Actionnaires Actifs Positifs" zum Handeln veranlasst. Anlässlich der Generalversammlung vom 28. April fordert sie den Ausschluss der Produzenten fossiler Treibstoffe aus dem SNB-Portfolio.

Die Schweizer Nationalbank investiert weiterhin in die Exploration, Erschliessung und Förderung neuer Vorkommen von fossilen Energien. Die gegenwärtige Anlagepolitik widerspricht damit dem Ziel des Bundesrates, Finanzströme so umzulenken, dass die Begrenzung der Erwärmung auf unter 2°C erreicht wird. Damit missachtet die Nationalbank das Pariser Klimaabkommen von 2015.

Quelle: klima-allianz.ch


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