diakonieKathmandu. -  Zwei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal läuft der Wiederaufbau von erdbebensicheren Häusern. Die von der Regierung eingerichtete Wiederaufbau-Behörde hatte ihre Arbeit aufgrund einer Regierungskrise erst ein Jahr nach dem Erdbeben aufgenommen. Lokale und internationale Hilfsorganisationen waren dadurch im Wiederaufbau blockiert, berichtete die Diakonie Katastrophenhilfe am Freitag.

"Jetzt können wir endlich gemeinsam mit den Menschen ihre Häuser wieder aufbauen, so dass sie künftigen Beben standhalten", sagte Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. Das sei wichtig, da das Risiko für Erdbeben in der bergigen Himalaya-Region besonders hoch sei.

In vielen Regionen Nepals waren die Häuser vor dem Erdbeben traditionell aus Lehm gebaut und stark zerstört. Im Rahmen des Wiederaufbau-Projekts der Diakonie Katastrophenhilfe mit Partnerorganisationen erhalten Familien Zement, Ziegel, Holz für Fenster und Türen und Blech für die Dachkonstruktion. In Kursen werden sie im Wiederaufbau ihrer Häuser geschult. Mitarbeiter stehen ihnen während der Bauphase zur Seite. Etwa 40 Tage dauert der Bau eines Hauses.

"Die Häuser sind erdbeben- und sturmsicher gebaut, so dass ihre Bewohner vor kommenden Naturkatastrophen besser geschützt sind", erklärte Pinar Gökün, die das Projektbüro der Diakonie Katastrophenhilfe in Nepal leitet und seit der Katastrophe vor Ort ist. Die erdbebensicheren Baupläne wurden vorher von der staatlichen Wiederaufbau-Behörde standardisiert und genehmigt. Aufgrund innenpolitischer Krisen und Streitigkeiten um eine Verfassungsreform hat die Behörde ihre Arbeit aber erst ein Jahr nach dem Erdbeben aufnehmen können.

Durch das Erdbeben wurde in vielen Gemeinden auch die Trinkwasserversorgung zerstört. Im Distrikt Sindhupalchowk baute die Diakonie Katastrophenhilfe ein Trinkwassersystem für über 80 Gemeinden wieder auf. Daneben werden auch Schulungen in Hygiene angeboten. "Viele Häuser und öffentliche Gebäude wie Schulen und Krankenstationen hatten vor dem Erdbeben nicht ausreichend Toiletten und andere Sanitäranlagen", sagte Keßler. "Im Zuge des Wiederaufbaus sollen die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig verbessert werden."

In den ersten Monaten nach dem Erdbeben stand die Soforthilfe im Vordergrund. Die Diakonie Katastrophenhilfe versorgte mit ihren Partnern rund 400.000 Menschen in zwölf Distrikten mit Lebensmitteln, Wasser, Kochgeschirr, Hygieneartikeln und Decken. Zudem verteilten die Mitarbeiter Planen, Wellblech und andere Baumaterialien sowie Werkzeuge für Reparaturen. Teilweise konnten die Menschen nur per Helikopter versorgt werden, da die Zufahrtsstraßen zerstört waren. Zudem erschwerte eine Wirtschaftsblockade durch Indien die Verteilung lebensnotwendiger Hilfsgüter.

Insgesamt hat die Diakonie Katastrophenhilfe seit 2015 mehr als 8,2 Millionen Euro für die Hilfe in Nepal bereitgestellt. Mit Partnerorganisationen wurden Hilfsmaßnahmen für bisher rund 635.000 Menschen umgesetzt. Bei dem Erdbeben am 25. April 2015 und einem weiteren Beben am 12. Mai 2015 sind 8.500 Menschen ums Leben gekommen und rund 600.000 Häuser wurden komplett zerstört. Das Risiko für Erdbeben und andere Naturkatastrophen ist in Nepal im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern besonders hoch.

Quelle: diakonie-katastrophenhilfe.de


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