meerestiere karteFreiburg. - Ein internationales Forschungsteam hat Weltkarten zur globalen Verbreitung von Meerestieren miteinander verglichen und Vorschläge erarbeitet, wie sich aus den beiden maßgeblichen Datenbanken, die diesen Karten zugrunde liegen, künftig präzisere Darstellungen als bisher erzeugen lassen. Daten zu Verbreitungsgebieten sind eine wichtige Grundlage für ökologische Studien sowie für Entscheidungen über Maßnahmen, die das Überleben bedrohter Spezies sicherstellen sollen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben zudem eine Web-App entwickelt, in der Interessierte unter anderem die Karten aus beiden Datenbanken zum jeweiligen Verbreitungsgebiet einer Art übereinanderlegen und vergleichen können – etwa 250 Spezies sind in der App erfasst. An den Arbeiten, die das Team im Fachjournal PLOS ONE veröffentlicht hat, war die Biologin Dr. Kristin Kaschner von der Universität Freiburg beteiligt.

Vor allem zwei große Projekte sind damit befasst, die Verbreitungsgebiete von Meerestieren auf globaler Ebene darzustellen: Die International Union for Conservation of Nature (IUCN) erstellt Karten, indem sie das Wissen von Expertinnen und Experten für die einzelnen Arten auswertet, wohingegen AquaMaps, ein von Kaschner entwickeltes Projekt, Karten mithilfe von Habitatsvorhersagemodellen erzeugt. Zusammen erfassen die Datenbanken 24.586 Spezies. Davon kommen 22.889 in AquaMaps und 4.027 in IUCN vor; nur 2.330 sind in beiden enthalten.

Die Vorhersagen zur Verbreitung einzelner Arten können allerdings aufgrund der unterschiedlichen Methodik zum Teil weit auseinanderliegen. Bei vielen gut erforschten Arten stimmen die aus beiden Datenbanken erzeugten Karten in hohem Maß überein. Bei einigen jedoch sind Unstimmigkeiten zu finden: In den IUCN-Karten wird beispielsweise die Präsenz von Korallen in tiefen Gewässern überschätzt. Einige der computergenerierten AquaMaps-Karten wiederum, von denen nur 5,7 Prozent von Experten überprüft wurden, zeigen an den Rändern der prognostizierten Verbreitungsgebiete Brüche, die auf Verbesserungsmöglichkeiten für den Algorithmus hinweisen.

"Wir möchten mit unseren Resultaten einen Anstoß geben, die Kooperation zwischen den Experten für bestimmte Tierarten und den Experten für Computermodellierungen weiter zu vertiefen", sagt Kaschner. "Ziel ist, allen Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu Fragen rund um den Schutz bedrohter Arten und die Biodiversität in den Meeren eine möglichst gute Entscheidungsgrundlage zu bieten."

=> Interaktive Web-App

Quelle: www..uni-freiburg.de 


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