caritas 150Freiburg. -  Die Unterstützung der einfachen Menschen ist in Nordkorea weiterhin dringend notwendig. Darauf haben Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes, und Oliver Müller, Leiter von Caritas international, nach dem Besuch von Caritas-Projekten in Pjöngjang hingewiesen.

"Unser Ziel als Caritas ist es, weltweit die Schwächsten der Gesellschaft zu stärken, egal unter welchem Regime sie leben müssen. Dass viele Kinder, Kranke und alte Menschen in Nordkorea unserer Hilfe bedürfen, daran besteht für mich kein Zweifel. Dass von dieser Hilfe direkt die Hilfsbedürftigen profitieren, davon bin ich nach unserem Besuch mehr denn je überzeugt", so Caritas-Präsident Neher. Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, hat in Nordkorea in den letzten Jahren unter anderem 3,8 Millionen Kinder gegen Hepatitis B, 3,1 Millionen Kinder gegen Japanische Enzephalitis und 2,4 Millionen Kinder gegen Masern und Röteln impfen lassen. Eine Fortsetzung der Impfkampagnen ist geplant.

 

Für die einfache Bevölkerung sei es sehr schwer, sich ausgewogen zu ernähren, schildern Neher und Müller ihre Eindrücke. Die staatliche Verteilung von Grundnahrungsmittel wurde in den letzten Jahren immer stärker eingeschränkt. Die Selbstversorgung auf landwirtschaftlich knappen Flächen sowie durch Einkommen aus Kleinhandel ist für die große Mehrheit der Nordkoreaner auf dem Lande ein alltäglicher Kampf. Viele von ihnen leiden aufgrund der Mangelernährung an ernsten Erkrankungen wie z.B. Tuberkulose oder chronischer Hepatitis. Caritas international hat deshalb über die letzten Jahre hinweg den Bau von 84 auch im Winter betriebenen großen Gewächshäusern unterstützt, in denen Gemüse angebaut wird, um eine ausgewogenere Ernährung von Tuberkulose- und Hepatitis-Patienten in Sanatorien sicherzustellen.

 

Mit Mitteln des Auswärtigen Amtes hat Caritas ferner den Bau und die Einrichtung einer Altentagesstätte in Pjöngjang unterstützt. Sie ist die erste ihrer Art im ganzen Land und wurde Anfang Mai eröffnet. Weitere Alteneinrichtungen sollen bald in Hamhung, der zweitgrößten Stadt im Land, und in der im vergangenen Jahr von Überschwemmungen betroffenen Bezirksstadt Yonsa folgen. Die alten Menschen können dort zusammenkommen, sich austauschen, Sport treiben und erhalten bei Bedarf einfache medizinische Unterstützung sowie ein Mittagessen. „Solche Einrichtungen sind wichtig, weil Nordkorea eine alternde Gesellschaft hat und es eine Altenhilfe, so wie wir sie kennen, bislang nicht gibt", erklärt Oliver Müller. Hilfsprojekte dieser Art hätten über die rein humanitären Wirkungen aber auch eine wichtige Funktion als Fenster zur Welt in einem ansonsten abgeschotteten Land, betont Caritas-Präsident Neher: "Wir können durch unsere Kontakte und durch Fortbildungen für medizinisches Personal dazu beitragen, Vertrauen und einen Dialog aufzubauen, der die Nordkoreaner vor der völligen Isolation bewahrt."

Quelle: caritas.de/

 


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