aktion hungerBerlin. - Zum 10. Jahrestag der Gaza-Blockade hat die Aktion gegen den Hunger eine düstere Bilanz gezogen. Vor allem die Situation der Frauen habe sich verschlechtert, berichtete die entwicklungspolitische Organisation in Berlin. Die Aktion gegen den Hunger konzentriert sich deshalb unter anderem darauf, Alleinverdienerinnen beim Aufbau eines Geschäfts zu helfen.

Die Folgen der Blockade des Gazastreifens, die sich am 5. Juni zum 10. Mal jährt, tragen insbesondere die Frauen. Jede fünfte hat vor ihrem 18. Geburtstag geheiratet, Zwangsheiraten und Gewalt gegen Frauen sind weit verbreitet, so die Aktion gegen den Hunger. Zudem sei die Arbeitslosigkeit allgemein sehr hoch: 42 Prozent der Bevölkerung haben keinen Job, von den Jugendlichen sind es 60 Prozent, von den Frauen sogar 65 Prozent.

Aktion gegen den Hunger unterstützt deshalb gezielt Alleinverdienerinnen, deren Ehemänner beispielsweise durch den bewaffneten Konflikt mit Israel ums Leben kamen. "Wir haben 160 Frauen dabei helfen können, sich ein neues Geschäft aufzubauen. Ihre Lebensgrundlagen waren im letzten Krieg zerstört worden", sagte Elena Dikomitis von Aktion gegen den Hunger, die in den besetzen Gebieten für die Interessen hilfebedürftiger Palästinenser eintritt. "Kriegsfolgen wie frühe Verheiratung und die weitverbreitete Gewalt machen Frauen doppelt zu Opfern."

Eine der Frauen, denen Aktion gegen den Hunger geholfen hat, ist die dreifache Mutter Sujood. Ihr Haus wurde während des letztes Krieges zerstört. Eine Explosion überraschte die Familie im Schlaf. "Meine siebenjährige Tochter wurde unter dem Körper ihres toten Vaters gefunden", sagte die Mutter, die selbst seitdem auf einem Ohr taub ist. "Meine Tochter musste mehrfach im Gesicht operiert werden. Die Behandlung ihrer Brandwunden ist sehr teuer. Außerdem erlitt sie einen schweren Schock und hat als Folge davon eine ganze Zeit lang nicht mehr gesprochen."

Als Folge der Blockade, so die Aktion gegen den Hunger, ist das Bruttoinlandsprodukt ist um 50 Prozent gesunken. 80 Prozent der Bevölkerung des Gazastreifens benötigen externe Hilfe. 40 Prozent erhalten nur maximal zwei Mal pro Woche Wasser. 47 Prozent der Haushalte haben keine sichere Lebensmittelversorgung. Rund 35.000 Menschen sind nach dem letzten Krieg noch immer Vertriebene. Bis zu eine Million Menschen ist ernsten Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Dies betrifft insbesondere Erkrankungen durch unsauberes Wasser.

Quelle: www.aktiongegendenhunger.de 


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