amerika 21Tiquipaya. - In Bolivien ist  die 3. Weltkonferenz der Völker zu Ende gegangen, an der rund 4.000 Delegierte aus 43 verschiedenen Ländern teilnahmen. Unter dem Motto "Für eine Welt ohne Mauern, für die universelle Staatsbürgerschaft" lag der Schwerpunkt des diesjährigen Treffens auf dem Thema Migration und Flüchtlinge, berichtete das Lateinamerikaportal amerika21.de am Freitag.

Neben sozialen Bewegungen und Basisorganisationen waren auch die ehemaligen Präsidenten Ernesto Samper (Kolumbien), Rafael Correa (Ecuador), José Luis Rodríguez Zapatero (Spanien) und der amtierende bolivianische Präsident Evo Morales anwesend.

In der Abschlusserklärung des Völkergipfels wird das derzeitig bestehende kapitalistische System als die Ursache globaler Krisen bezeichnet. "Die Flüchtlingskrise ist einer der Ausdrucksformen der Krise der neoliberalen Globalisierung", heißt es dort. Flucht sei keine freiwillige Entscheidung, sondern eine durch externe Faktoren erzwungene. "Zum Schmerz der Entwurzelung kommen Ungerechtigkeit, Diskriminierung, Ausgrenzung und Ausbeutung, welche diese Menschen während der Flucht und in den Aufnahmeländern erleiden", erklärten die Teilnehmer weiter und fordern die "Zerstörung von physischen Mauern, die Völker voneinander trennen; legale unsichtbare Mauern, die verfolgen und kriminalisieren; mentalen Mauern, welche die Angst, die Diskriminierung und die Fremdenfeindlichkeit nutzen, um uns als Brüder voneinander zu trennen."

Darüber hinaus verlangen sie die Abschaffung des derzeitigen wirtschaftlichen Systems und die Errichtung einer "neuen internationalen Finanzordnung, in der es keine multilateralen Institutionen für transnationales Kapital gibt". Der Zugang zu grundlegenden Bedürfnissen wie Wasser müsse als universelles Recht anerkannt werden, das nicht zum Objekt von Spekulationen oder Bereicherung durch private Akteure werden dürfe. Zugleich bekundeten sie die strikte Ablehnung derzeitiger kriegerischer Auseinandersetzung und militärischer Interventionen, welche massive Fluchtbewegungen erst auslösten, und fordern die Schaffung eines positiven Friedens, der nicht nur von der Abwesenheit direkter sondern ebenso struktureller Gewalt geprägt ist und jedem Menschen den gleichen Zugang zu Rechten und Entwicklungsmöglichkeiten gewährleistet. Die politische Teilhabe der Völker solle dabei ebenso ermöglicht werden, fern von Oligarchien, Monarchien und Dynastien. Zudem müsse ein neues Verhältnis zur Madre Tierra (Mutter Erde) hergestellt werden, in welchem dieser Rechte zugestanden werden. Neben dem Umweltschutz sei auch die Verringerung der globalen Erwärmung von Bedeutung.

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Quelle: amerika21.de


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