bmzBerlin. - Eine dezentrale und bürgernahe Energieversorgung für die ländlichen Räume Afrikas – das ist das Ziel einer Initiative, die Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) auf dem Energiekongress des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes (DGRV) vorgestellt hat. Die Initiative "Grüne Bürgerenergie für Afrika" konkretisiert die bereits in den Eckpunkten für einen Marshallplan mit Afrika Anfang des Jahres vorgeschlagenen Reformideen für den Bereich der Energieversorgung.

"Ohne Energie keine Entwicklung, ohne Entwicklung keine Jobs", sagte Entwicklungsminister Müller. "Im Schulterschluss mit Genossenschaften, Kommunen und der Privatwirtschaft bringen wir Lösungen für eine grüne Energieversorgung in die ländlichen Regionen Afrikas. So leisten wir einen Beitrag zu einer klimafreundlichen wirtschaftlichen Entwicklung und schaffen nachhaltige Zukunftsperspektiven für die Menschen vor Ort."

Mehr als die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung hat keinen Zugang zu Strom. Bevölkerungswachstum und Technologisierung der Wirtschaft erhöhen zudem Afrikas Energienachfrage – bis zum Jahr 2040 um voraussichtlich 80 Prozent.

Müller: "Der enorme Energiebedarf stellt Afrika vor große Herausforderungen. Wir sollten ihn allerdings auch als Chance begreifen, in grüne Energie zu investieren. Afrika kann der erste Kontinent sein, der sich vollständig aus erneuerbaren Energien versorgt."

Bei der Umsetzung der Initiative spielen laut BMZ Genossenschaften, Kommunen und die Privatwirtschaft eine zentrale Rolle. Vorbild sind die 850 Energiegenossenschaften in Deutschland; über 180.000 Menschen organisieren sich in Kommunen und Städten für eine Energieversorgung jenseits der großen Konzerne, zum Beispiel über lokale Stadtwerke oder private Initiativen.

Im Rahmen der Energieinitiative sollen unter anderem 100 Bürgerenergiepartnerschaften gegründet werden, bei denen deutsche Bürger und Kommunen ihr Wissen mit afrikanischen Partnern teilen können. Über dezentrale Energielösungen könnten auch in entlegeneren Dörfern Medikamente und Lebensmittel gekühlt werden, Handwerksbetriebe ihre Produktivität steigern oder Landwirte solarbetriebene Pumpen für die Bewässerung ihrer Felder einsetzen.

Der Kongress "Neue Energie für Afrika" des DGRV bildet den Auftakt eines Dialoges zwischen Genossenschaften, Bürgerenergieprojekten sowie kommunalen und staatlichen Entscheidungsträgern aus Deutschland und Afrika. Unter den TeilnehmerInnen ist auch die Energieministerin Ugandas, Irene Muloni.

=> BMZ-Papier "Grüne Bürgerenergie für Afrika"

Quelle: www.bmz.de 


Back to Top