whhBonn. - Aus Anlass des Vorbereitungstreffens europäischer Staats- und Regierungschefs zum G20 Gipfel hat die Welthungerhilfe die Teilnehmer am Donnerstag aufgefordert, ihrer Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung gerecht zu werden. "Die G20 sind zwar ein informeller aber wichtiger Club. Ihr Anteil am gesamten Welthandel beträgt 85 Prozent und am Agrarhandel immerhin 80 Prozent. Gleichzeitig sind sie für 80 Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich. Durch ihre politische, ökonomische und militärische Macht haben sie eine große Verantwortung für die gesamte Menschheit. Dieser müssen sie beim Gipfel gerecht werden", erklärte Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe.

Die Welthungerhilfe fordert konkret die Unterstützung von Kleinbauern statt der Agrarindustrie. Sie produzieren den Großteil der Lebensmittel und trotzdem leben drei von vier Hungernden auf dem Land. Dazu sei eine kohärente Agrar- und Handelspolitik nötig, die nicht die Erfolge der Entwicklungszusammenarbeit zerstört, so die Welthungerhilfe. Gleichzeitig sei es dringend erforderlich, einen neuen Finanzierungsfond einzurichten, der den betroffenen Ländern bereits vor einer Katastrophe Mittel zur Verfügung stellt. Durch gute Frühwarnsysteme könnten viele Katastrophen vorausgesehen werden, ohne dass man bisher die Folgen mildern könnte. Dies gelte auch für die akute Hungerkrise in Afrika und dem Jemen.

Außerdem sollten bei einer Partnerschaft mit Afrika die von den afrikanischen Staaten gesetzten Prioritäten wie Bildung, Gesundheit und ländliche Entwicklung anerkannt werden. "Afrika braucht private Investitionen, aber sie allein werden die Probleme in Afrika nicht lösen. Es ist gut, dass die Partnerschaft mit Afrika auf der Tagesordnung des Gipfels steht, aber der Kampf gegen den Hunger darf nicht übersehen werden", sagte Dieckmann. Die neue Partnerschaft sollte nicht darauf reduziert werden, die Ursachen von Flucht und Migration schnell zu beseitigen, denn die Staaten mit den meisten Geflüchteten in Afrika gehörten zu den fragilsten Ländern.

Quelle: www.welthungerhilfe.de 


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