g20 hh 2017Berlin. - Die Vorsitzenden der G20-Think-Tank-Gruppe "Think 20" haben am Dienstag in Berlin die Staats- und Regierungschefs der G20 aufgefordert, neben Wirtschaftswachstum und makroökonomischer Stabilität stärker soziale Bedürfnisse der Menschen sowie Umwelt- und Klimaschutz in den Mittelpunkt ihrer Agenda zu rücken. Zudem müsse der Gipfel ein Zeichen setzen, dass globale Probleme weiterhin multilateral koordiniert angegangen werden.

"Viele Menschen spüren, dass sich wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftlicher Fortschritt entkoppelt haben. Darauf müssen die G20 reagieren, indem sie Menschen neben Wirtschaftswachstum auch Perspektiven für ein soziales Gedeihen eröffnen", sagte Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) in Bonn, erklärte: "'Our Country First'-Ideologien untergraben die Grundlagen des Multilateralismus, ohne die eine eng vernetzte Weltwirtschaft nicht funktionieren kann. Es wäre wichtig, wenn beim G20-Gipfel deutlich würde, dass dies von den allermeisten G20-Regierungschefs auch so gesehen wird."

Snower und Messner leiten während der deutschen G20-Präsidentschaft die offiziell mandatierten T20, einem Zusammenschluss von Think Tanks der G20-Länder mit dem Ziel, forschungsbasierte Politikempfehlungen an die G20-Entscheider auszusprechen. Die T20 haben zentrale Herausforderungen für die G20 formuliert und Lösungsvorschläge entwickelt, die sie Ende Mai auf dem T20-Gipfel "Global Solutions" unter dem Leitmotiv "Recoupling the world" der Bundesregierung überreicht haben.

Elementare Bedürfnisse der Menschen seien nicht nur ökonomischer Natur, betonten Snower und Messner. Bislang bedeutete Wirtschaftswachstum auch gleichzeitig sozialen Fortschritt. Doch in vielen G20-Staaten gehe das Wachstum des Gesamteinkommens einher mit wachsender Ungleichheit und stagnierenden Lebensstandards.

Die angekündigten Proteste am Rande des G20-Gipfels seien Ausdruck einer Unzufriedenheit mit dem Globalisierungsprozess in Industrie- und Schwellenländern. Es sei daher wichtig, dass Deutschland bei seinem G20-Vorsitz Prioritäten auch jenseits der wirtschaftlichen Belange setze und Themen wie Migration, Digitalisierung, Klimaschutz, die Entwicklung Afrikas und soziale Gerechtigkeit adressiere.

=> www.t20germany.org

Quelle: www.die-gdi.de 


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