savethechildrenBerlin. - Die Philippinen rangieren unter den asiatischen Ländern weit hinten, wenn es um eine gute Kindheit geht. Eine neue Studie von Save the Children sieht das Land nur auf dem 96. Platz, hinter seinen Nachbarstaaten Thailand, Vietnam und China. Trotz Wirtschaftsaufschwung bleibt die Situation für die Kinder auf den Philippinen kritisch.

Save the Children, die größte unabhängige Kinderrechtsorganisation weltweit, veröffentlichte den Bericht "Stolen Childhood – Geraubte Kindheit", in dem die Lebensumstände  von Kindern in 172 Ländern untersucht werden. 700 Millionen Mädchen und Jungen, ein Viertel aller Kinder weltweit, werden ihrer Kindheit beraubt. Die Gründe dafür sind extreme Gewalt und Krieg, die häufig zu Vertreibung führen; Frühverheiratung und Frühschwangerschaft; Kinderarbeit, schwache Gesundheit und keine Möglichkeit, zur Schule zu gehen.

Das größte Problem auf den Philippinen sind der Studie zufolge Wachstumsverzögerung und Unterernährung. Davon sind mehr als ein Drittel aller Kinder betroffen. "Das Ergebnis überrascht uns nicht, wenn man sich die Probleme im Land ansieht. Unterernährung ist für über die Hälfte der täglich 95 Todesfälle von Kindern unter 5 Jahren auf den Philippinen verantwortlich", sagte der Landesdirektor Philippinen von Save the Children, Ned Olney.

Olney ergänzte: "Die Philippinen haben in den letzten Jahren rasante Fortschritte in der Wirtschaft und in der allgemeinen Entwicklung gemacht. Jedoch ist die Armut nahezu gleich geblieben. Das Wirtschaftswachstum hat sich leider nicht auf alle ausgewirkt. Die enttäuschenden Statistiken von den Philippinen unterstreichen die Bedeutung der ersten 1.000 Tage eines Kinderlebens. Ab Beginn der Schwangerschaft bis zur Vollendung des 2. Lebensjahres ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung für Mutter und Kind entscheidend für eine gute Entwicklung. Dabei müssen wir uns auf den Philippinen entscheidend verbessern, wenn wir unser Land auf besseren Plätzen sehen wollen und vor allem, wenn wir garantieren wollen, dass jedes Kind eine sichere und glückliche Kindheit genießt."

Kinder, die an Unterernährung und Wachstumsverzögerung leiden, tragen zahlreiche Risiken ein Leben lang, auch wenn sich ihre Lebensbedingungen später verbessern. Zu den Risiken zählen nicht nur Krankheiten wie akute Durchfallerkrankungen, Atemwegsinfektionen und Blutarmut. Kinder, die sich in den ersten zwei Jahren nicht richtig entwickeln können, haben insgesamt schlechtere Zukunftschancen und ein höheres Armutsrisiko, da sie beispielsweise Gefahr laufen, in der Schule den Anschluss zu verlieren und damit keine qualifizierten Berufe ergreifen können.

Quelle: www.savethechildren.de 


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