wvHamburg. - Am ersten Tag des G20 Gipfels hat die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision an die Staatschefs appelliert, sich nicht spalten zu lassen. "Mehr denn je brauchen wir ein einheitliches Vorgehen gegen die massiven Probleme, denen wir derzeit weltweit gegenüberstehen", betonte Christoph Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland, am Freitag in Hamburg. "Wir befürchten, dass der Gipfel hier in Hamburg so enden wird, wie der G7 Gipfel in Italien – nämlich mit keinen Ergebnissen, um die Hungersnot in Afrika zu bekämpfen oder die Syrien-Krise zu beenden und Lösungen für Gewalt gegen Kinder zu finden."

Etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung und 45 Prozent (348 Millionen) der Menschen, die konstant unter Hunger leiden, leben in den G20 Ländern. Die Entscheidungen und Verpflichtungen, die auf dem Gipfel beschlossen werden, sind wichtig, um in betroffenen Ländern Reformen umzusetzen. "Wenn diese Gipfel jedoch nur noch aus Machtspielen bestehen, sollten die Staatsführer zu Hause bleiben", so Waffenschmidt.

Mehr als 26 Millionen Menschen am Horn von Afrika haben nicht genug zu essen. In vier Ländern - im Südsudan, in Nigeria, in Somalia und im Jemen - leiden die Menschen derzeit unter einer verheerenden Hungerkrise. "Etwa 600.000 Kinder werden heute wieder nichts zu essen haben und viele von ihnen den Tag wohl nicht überleben", erklärte World Vision.

Für die Bekämpfung dieser Hungerkrise seien erst ein Drittel der nötigen Gelder bewilligt, so die Hilfsorganisation. Benötigt würden weitere drei Milliarden US-Dollar, um die betroffenen Menschen mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Armut und Perspektivlosigkeit seien oft die Auslöser für Konflikte.

So würden jedes Jahr eine Milliarde Kinder Opfer von täglicher Gewalt. Besonders betroffen seien Kinder in Krisen und Kriegssituationen, wie z.B. Syrien. Seit sechs Jahren dauere der Krieg bereits und die internationale Gemeinschaft sei außer Stande, für eine Lösung zu sorgen. "Wenn der Konflikt so weitergeht wie im letzten Jahr, sehen wir wieder Bombardements von Schulen und es werden wieder Kinder als Soldaten rekrutiert", sagte Waffenschmidt. "Jedes Kind hat ein Recht darauf, in Frieden aufzuwachsen. Stoppt den Krieg in Syrien, G20 Führer!"

Quelle: www.worldvision.de 


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