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oxfamBerlin. - Folter, Vergewaltigung und Zwangsarbeit gehören zum Alltag vieler afrikanischer Geflüchteter in Libyen. Das zeigt der Bericht "You aren't human anymore", den die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam gemeinsam mit ihren italienischen Partnerorganisationen MEDU und Borderline Sicilia am Mittwoch herausgegeben hat.

Der Bericht beruht auf Interviews mit Geflüchteten, die von Libyen aus Sizilien erreicht haben. Mehrere Befragte berichteten demnach übereinstimmend, von Banden in unterirdischen Kerkern gefangen gehalten worden zu sein, um von ihren Familien Lösegeld zu erpressen. Ein senegalesischer Teenager gibt an, aus einer Zelle voller Leichen entkommen zu sein, andere wurden regelmäßig geschlagen und mussten monatelang hungern. 

Oxfam und seine Partnerorganisationen forderten Italien und die übrigen EU-Staaten auf, von politischen Initiativen abzusehen, mit denen Menschen in Not daran gehindert werden sollen, Libyen in Richtung Europa zu verlassen.

158 Interviews mit 31 Frauen und 127 Männern, die Oxfam und Partnerorganisationen mit Geflüchteten in Sizilien geführt haben, zeichnen ein dramatisches Bild der Lage in Libyen. Dem Bericht zufolge haben nahezu alle Frauen sexuelle Gewalt erlebt. 74 Prozent der Geflüchteten sagten aus, Folter und/oder Mord an Reisegefährten beobachtet zu haben. 84 Prozent berichteten, selbst Opfer unmenschlicher und entwürdigender Behandlung wie körperlicher Gewalt oder Folter geworden zu sein. 80 Prozent gaben an, ihnen sei in Libyen regelmäßig Nahrung und Wasser verweigert worden.

Roberto Barbieri, Geschäftsführer von Oxfam Italien, erklärte: "Diese Aussagen zeichnen ein Bild der erschreckenden Umstände, denen Flüchtlinge und andere Migranten in Libyen ausgesetzt sind. Sie sind eine bittere Anklage gegen die Versuche der EU, Menschen von der Flucht vor Gewalt, Sklaverei und Tod abzuhalten."

Barbieri sagte weiter: "Es geht um Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Armut geflohen sind und die in Libyen unter unzumutbaren Bedingungen leben. Die EU muss sichere Korridore schaffen, über die diese Menschen nach Europa kommen können und ein faires und transparentes Asylverfahren erhalten."
Quelle: www.oxfam.de 


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