aktion hungerBerlin. - Die Lage im nigrischen Diffa ist angespannt. Die Terrorgruppe Boko Haram bedroht rund 250.000 Flüchtlinge aus der Tschadseeregion. Nun ist auch noch Hepatitis E ausgebrochen. Bisher sind über 1.600 Menschen mit dem Virus infiziert. "Hepatitis E ist besonders für Schwangere gefährlich", erklärte Celia González, Expertin für Wasser und Hygiene bei der internationalen humanitären Organisation Aktion gegen den Hunger am Freitag.

Bei Menschen mit schwachem Immunsystem kann die Infektion tödlich enden. Das Virus wird durch Wasser übertragen, das mit Fäkalien verunreinigt ist. "Wir sorgen für sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen, damit sich die Krankheit nicht weiter verbreitet", so González. Teams von Aktion gegen den Hunger verteilen Seife, Hygiene-Sets und bauen Notunterkünfte. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter klären nebenbei über Hygienemaßnahmen auf, um Bewusstsein für die Erkrankung zu schaffen und die Ausbreitung zu stoppen.

In Diffa an der Grenze zu Nigeria halten sich geschätzt 248.000 Menschen auf, die vor der Terrorgruppe Boko Haram aus der Tschadseeregion geflohen sind. Inzwischen nehmen die Spannungen zwischen der ansässigen Bevölkerung und den Vertriebenen zu, denn Trinkwasser ist knapp. "Die Situation ist weit davon entfernt, stabil zu sein", sagte Pauline Jacquart, Notfallkoordinatorin von Aktion gegen den Hunger im Niger. "Weil Boko Haram weiter Dörfer angreift und Häuser plündert, sind viele Menschen gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. Und wer in den umkämpften Gebieten fischen geht oder Nahrung sucht, ist in großer Gefahr."

In der nicht weit entfernten Region Mayahi waren im Juli 13 Prozent der Kinder mangelernährt. Grund war die extreme Trockenzeit. Inzwischen verheißen Wettervorhersagen für die Gegend um Diffa eine gute Ernte. Allerdings bedroht Boko Haram die Arbeit auf den Feldern und damit die Lebensmittelversorgung.

Quelle: aktiongegendenhunger.de


Back to Top