wvCox’s Bazar. - Bei anhaltendem Regen kommen täglich weitere Flüchtlinge aus Myanmar über die Grenze nach Bangladesch und benötigen dringend humanitäre Hilfe. Die Regierung hat um Unterstützung gebeten. Ein Aufruf der Vereinten Nationen ist jedoch erst zu einem Drittel finanziert. World Vision hat nun Hilfsmaßnahmen für die geflüchteten Menschen auf den Weg gebracht, berichtete die Hilfsorganisation am Montag.

Am Sonntag hat die internationale Kinderhilfsorganisation mit der Verteilung von Nahrungsmitteln an etwa 15.200 Menschen (3500 Haushalte) im Distrikt Cox‘ Bazar begonnen. Die Nahrungsmittelpakete beinhalten Reis, Linsen, Salz, Öl und Zucker für die nächsten zwei Monate, um die notwendigsten Bedürfnisse zu decken. Umfangreichere Hilfsmaßnahmen sind geplant. Personengruppen, die am meisten von Mangelernährung und Krankheiten gefährdet sind, stehen im Fokus des Hilfseinsatzes: Kinder, Familien mit nur einem Elternteil, schwangere und stillende Frauen, Menschen mit Behinderungen sowie ältere Menschen.

Fred Witteveen, Landesdirektor von World Vision in Bangladesch, leitete das Assessment vor Ort, bei dem die Lage in mehreren Flüchtlingslagern eingeschätzt wurde.  "Das Zusammenspiel von Enge, Regen und fehlenden Sanitäreinrichtungen bietet gefährlichen Krankheiten leider einen perfekten Nährboden. Wir rennen gegen die Zeit, um die Ernährung und das schwache Immunsystem der Geflüchteten zu stärken. Leider müssen wir davon ausgehen, dass sich die Lage zunächst verschlechtern wird, bevor sie sich bessert. Die Bedürfnisse der Menschen sind sehr groß, und wir sprechen dabei noch nicht von dem Leid unter der Oberfläche - dem Trauma, das viele dieser Frauen, Männer und Kinder erlitten haben."

World Vision arbeitet eng mit Regierungsbehörden und anderen Hilfsorganisationen zusammen, um die Menschen, die am dringendsten Unterstützung benötigen, so effizient wie möglich zu erreichen. "Es ist eine große Aufgabe, nicht nur die vorhandenen Bedürfnisse zu decken, sondern sich auch auf diejenigen vorzubereiten, die sich bald zeigen könnten“, sagt Witteveen. Denn die Flüchtlingslager sind komplett überfüllt.

Schon in den vergangenen Monaten und Jahren sind Menschen nach Bangladesch geflüchtet. Durch die neu ankommenden Menschen erweitern sich die bestehenden Flüchtlingslager stark und neue provisorische Siedlungen wachsen schnell. Einsatzkräfte vor Ort berichten, es mangelt an allem: Nahrungsmittel, sauberes Wasser, Sanitäranlagen, medizinische Versorgung, Unterkünften, Kleidung und Schutz. World Vision bereitet sich auf eine Ausweitung des Nothilfeeinsatzes vor.

Quelle: worldvision.de


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