amerika 21Santiago. - In Chile hat der Konservative Sebastian Piñera bislang als sicherer Sieger der Präsidentschaftswahlen im kommenden November gegolten. In den vergangenen Wochen hat Beatriz Sánchez vom neuen Linksbündnis Frente Amplio jedoch deutlich an Zuspruch gewonnen und konnte sich in aktuellen Umfragen auf Platz zwei schieben. Das hat heute das Lateinamerik-Portal amerika21 am Montag berichtet. 

Sánchez liegt damit vor Alejandro Guillier, dem Kandidaten der derzeit regierenden Mitte-Links-Koalition Nueva Mayoria. Die anderen Kandidaten sind mit Anteilen um die fünf Prozent oder weniger chancenlos.

Klar scheint indes, so amerika21, dass Piñera wenig Chancen auf einen Sieg bereits im ersten Wahlgang am 17. November 2017 hat. Entscheidend wird sein, welche Koalitionen sich für eine zweite Runde im Dezember ergeben. Hier prognostizieren die Umfragen entweder ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Piñera und Sánchez oder zwischen Piñera und Guillier. Allen drei Kandidaten werden für die zweite Runde nahezu gleiche Chancen ausgerechnet.

Verschiedene Entwicklungen haben in den vergangenen Wochen dazu beigetragen, dass Piñera mehr Gegenwind bekommt. Im Vergleich zu den Monaten zuvor hat sich die Bilanz der Regierung von Präsidentin Michelle Bachelet verbessert. Sie hat unter anderem durch den Beschluss, das Sondergefängnis Punta Peuco zu schließen, an Popularität gewonnen. Eine überwiegende Mehrheit der Chilenen ist dafür, dass verurteilte Ex-Militärs ihre Strafen in normalen Gefängnissen verbüßen, in denen die Haftbedingungen schlechter sind als in Punta Peuco, so amerika21. 

Die steigende Popularität von Sánchez erklärt sich auch durch Piñeras hausgemachte Probleme: Ihm macht ein Skandal um die Finanzierung seiner Wahlkampagne im Jahr 2009 zu schaffen. Die Tageszeitung El Mercurio hatte enthüllt, dass ein PR-Unternehmen für Piñera Wahlkampf gemacht hat, dessen Rechnungen vom chilenischen Chemie-Riesen SQM bezahlt worden sind.

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Quelle: www.amerika21.de 


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