germanwatch Berlin. - In einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme hat der Sachverständigenrat für Umweltfragen die kommende Bundesregierung aufgefordert, den Kohleausstieg unverzüglich einzuleiten. Die bevorstehende Legislaturperiode bietet die letzte Chance, die Weichen für eine angemessene Umsetzung der Pariser Klimaziele in Deutschland zu stellen. Germanwatch begrüßte die klaren Empfehlungen des Sachverständigenrats für Umweltfragen in Bezug auf einen Kohleausstieg. 

"Deutschland muss die Stromerzeugung aus Kohle schnellstens reduzieren und mittelfristig beenden, sonst sind die Klimaziele in Deutschland nicht zu erreichen. Der strukturverträgliche Kohleausstieg sollte daher unverzüglich eingeleitet werden. Das letzte Kraftwerk muss in spätestens 20 Jahren vom Netz gehen", erklärte Prof. Claudia Kemfert vom Sachverständigenrat.

Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, erklärte dazu: "Der Bericht der Sachverständigen könnte nicht eindeutiger sein: Ohne einen zügigen sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohle wird Deutschland keinen ausreichenden Beitrag zum Klimaschutz leisten können und das Ziel von 40 Prozent Treibhausgasreduktion bis 2020 krachend verfehlen." 

Der Kohleausstieg müsse daher ein Kernthema der kommenden Koalitionsverhandlungen sein, forderte Bals. "Der Einstieg in einen geordneten Kohleausstieg ist nicht nur aus Sicht der Klimawissenschaft unabdingbar, sondern auch notwendig, um unkontrollierte Strukturbrüche auf Kosten der Beschäftigten zu verhindern. Nicht zuletzt würde er endlich wirksam die Gesundheit der Menschen schützen, die in Regionen mit Kohlekraftwerken leben."

Ein wirksamer Kohleausstieg bedeute, "dass die ältesten und schmutzigsten Kraftwerke noch vor 2020 vom Netz müssen und weitere Abschaltungen mit dem Klimaziel von mindestens 55 Prozent Treibhausgasreduktion bis 2030 kohärent sein müssen", sagte Bals. "Das wäre auch international ein dringend notwendiges Signal für die klimapolitische Glaubwürdigkeit Deutschlands. Seit acht Jahren sind die CO2-Emissionen hierzulande nicht mehr gesunken! Die kommende Bundesregierung muss zudem auch die anderen Sektoren im Blick haben. Der Umbau zu einem treibhausgasneutralen Land darf sich nicht auf den Energiesektor beschränken, sondern er muss vor allem im Verkehrsbereich und bei den Gebäuden fortgesetzt werden."

=> Stellungnahme des Sachverständigenrats

Quelle: www.germanwatch.org 


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