pro wildlifeMünchen. - Auf dem Treffen des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) vom 27. November bis 1. Dezember in Genf könnten erstmals Handelssanktionen gegen Japan beschlossen werden. Der Ständige Ausschuss von CITES hat es in der Hand zu entscheiden, wie er auf Japans fortwährende Jagd auf Seiwale im Nordpazifik reagiert. Auf Drängen der Europäischen Union und vor allem Deutschlands steht das Thema am Montag auf der Tagesordnung des CITES-Treffens. Pro Wildlife fordert CITES auf, "endlich Zähne zu zeigen und Japans anhaltende Artenschutzverstöße zu bestrafen".

Seit 1986 gilt ein weltweites kommerzielles Walfangverbot durch die Internationale Walfangkommission (IWC). CITES beschloss daraufhin, für alle Großwale auch ein Handelsverbot zu verabschieden. Zu Zwerg-, Bryde-, Omura- und Finnwalen hat Japan in den 1980er Jahren rechtzeitig einen formellen Vorbehalt (Reservation) eingelegt und ist somit nicht an das Verbot gebunden. "Für Seiwale im Nordpazifik gibt es jedoch keinen formellen Widerspruch Japans – damit ist das Töten von aktuell 134 Seiwalen jährlich eindeutig eine CITES-Vertragsverletzung", erklärte Sandra Altherr von Pro Wildlife.

Seit Jahren suchten die Walschutzländer juristische Ansatzpunkte, um Japans Walfang zu stoppen, so Pro Wildlife. Japan unterlaufe das kommerzielle Walfangverbot der IWC, indem es seine Waljagd unter dem Deckmantel der "Wissenschaft" durchführt. 2014 jedoch gewannen Australien und Neuseeland eine Klage vor dem Internationalen Gerichtshof in Genf. Der IGH befand, dass Japans angeblicher "Wissenschafts"-Walfang in der Antarktis aufgrund des fehlenden Forschungserkenntnisses bei einer so hohen Anzahl getöteter Tiere nicht rechtens sei. "Japan änderte daraufhin sein Antarktis-Programm und reduzierte die Anzahl der Zwergwale von 850 auf 333 Tiere. Gleichzeitig baute es ab 2017 die Jagd im Nordpazifik aus: von bislang 90 auf nunmehr 134 Seiwale und von 102 auf nunmehr 174 Zwergwale", so Altherr.

Im Gegensatz zur IWC hat CITES konkrete Sanktionsmöglichkeiten: Im Falle fortwährender Artenschutzverstöße eines Landes kann CITES alle 183 Mitgliedsstaaten auffordern, den Handel mit Wildtieren und -Pflanzen mit einem Land zu stoppen. In den nächsten Tagen entscheidet der Ständige Ausschuss über die Artenschutzverstöße mehrerer Länder. 

"Im Gegensatz zu den Ländern Kongo, Nigeria, Laos oder Guinea kann sich die Industrienation Japan nicht auf fehlende finanzielle Ressourcen für den Artenschutz berufen – die Regierung in Tokio überschreitet bewusst seit vielen Jahren alle internationalen Grenzen", so die Pro Wildlife Sprecherin. "Es wird Zeit, dass CITES die Notbremse zieht – die Chance hat die Staatengemeinschaft nächste Woche."

Quelle: www.prowildlife.de 


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