Wweltfrauentag 2006Eschborn (epo). - "Was Männer können, können wir schon lange", verkündet selbstbewusst eine chinesische Fußballerin und versenkt das runde Leder am männlichen Torwart vorbei im Netz. Der Fernsehspot ist Teil eines Projekts, das im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und dem chinesischen Arbeitsministerium in den Städten Nanjing und Benxi im Osten Chinas durchgeführt wird. Ganz nach dem Motto des diesjährigen Weltfrauentages "Women in decision-making: meeting challenges, creating change", versucht das Projekt "Wiedereingliederung arbeitsloser Frauen in das Erwerbsleben" die Berufs- und Karrierechancen von Frauen zu verbessern.

"Rund 20.000 Menschen haben über unser Projekt direkt eine Anstellung gefunden und bis zu 60.000 profitieren indirekt von unseren Aktivitäten", so das Fazit der GTZ-Projektleiterin Michaela Baur. Neu eingeführte Arbeitsmarktanalysen, individuelle Beratungsanbebote mit Potentialanalyse für Arbeitssuchende, berufliche Fortbildungen, Existenzgründungsangebote und Reformen bei den Arbeitsämtern in Nanjing und Benxi haben diesen Erfolg möglich gemacht. Praktika, früher so gut wie unbekannt, dienen heute beispielsweise als Sprungbrett ins Berufsleben. Die vermittelnden Behörden arbeiten mittlerweile eng mit privaten Unternehmen zusammen, um frühzeitig zu ermitteln, welche Berufe nachgefragt sind. Danach werden dann die berufsqualifizierenden Aktivitäten ausgerichtet.

"Damit ist es uns gelungen, die Situation für Frauen auf dem Arbeitsmarkt in den beiden Städten nachhaltig zu verbessern. Unser großer Wurf ist allerdings die Einführung der Zeitarbeit", sagt Baur. Auch in China sind die Arbeitgeber zurückhaltend mit unbefristeten Verträgen, obwohl Arbeitskräfte gebraucht werden. Illegale Anstellungen, ohne Vertrag und soziale Absicherung sind oftmals die Folge. "Vom Modell der Zeitarbeit profitieren alle: Die Arbeitgeber begrüßen die Flexibilität, die Arbeitnehmer haben endlich legale Arbeitsverträge, eine soziale Absicherung und erhalten pünktlich ihren Lohn", erklärt Baur.

Inzwischen gibt es über 200 Zeitarbeitsfirmen in Nanjing. Rund 30 von ihnen haben sich in einem Branchenverband organisiert und achten auf Sozialstandards bei ihren Arbeitsverhältnissen. Allein bei diesen Firmen arbeiten über 70.000 Menschen. Und ganz wider Erwarten sind die Zeitarbeitsverhältnisse sehr stabil. "Von 6.000 Beschäftigten arbeiteten laut einer Projektumfrage nach einem halben Jahr immerhin noch 93 Prozent beim selben Arbeitgeber", berichtet Baur. "Indem wir von Beginn an alle relevanten Akteure - lokale Arbeitsämter, private Unternehmen und Ministerien - an einen Tisch gebracht haben, ist es uns gelungen, erfolgreich zu sein."

? GTZ


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