bmz Berlin. - "Nachhaltige Textilien - vom Baumwollfeld bis zum Bügel": Das ist das Motto des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) am Mittwoch (24. Januar) auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Das BMZ zeigt auf dem Thementag Textil: Schick und modisch geht auch fair und bezahlbar. 

"Wenn wir in Deutschland so billig wie möglich unsere Kleidung kaufen, zahlen Menschen anderswo einen hohen Preis: 16-Stunden-Schichten, Akkordarbeit für 70 Euro im Monat, Kinderarbeit", sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). "Ich setze mich weltweit für menschenwürdige Arbeit ein. Vom freien zum fairen Handel. Das muss auch für unsere Kleidung gelten. Hier setzt das Bündnis für nachhaltige Textilien an – konkret mit über 1.500 Verbesserungsschritten pro Jahr."

2017 ist dem Textilbündnis aus der Sicht des BMZ ein wichtiger Durchbruch gelungen: Es wurden ehrgeizige, für alle Mitglieder verbindliche Ziele und Fristen beschlossen. So wird noch in diesem Jahr die sogenannte ZDHC-Liste angewendet, mit der 160 giftige Chemikalien in der Produktion vermieden werden. Bis 2020 muss der Anteil nachhaltiger Baumwolle in der gesamten Produktion auf 35 Prozent steigen.

Konkrete Fortschritte werden laut BMZ zudem vom nachhaltigen Wassermanagement auf Baumwollfeldern über Brandschutzmaßnahmen in Textilfabriken bis hin zu fairen Löhnen für Näherinnen und Näher erzielt. Einzelne Mitgliedsunternehmen haben sich dabei hohe Ziele gesetzt, wie die Erhöhung des Anteils nachhaltiger Baumwolle auf 80 oder sogar 100 Prozent.

Entwicklungsminister Müller und Barbara Meier, BMZ-Textilbotschafterin und frühere "Germany's Next Topmodel"-Gewinnerin, stellen am Mittwoch innovative Ansätze aus dem Textilsektor vor: Das neue BMZ-Vorhaben zu nachhaltiger Baumwolle "Cotton Expert House Africa" oder eine Modenschau der Gewinnerin des "Bundespreises Ecodesign".

In der begleitenden Ausstellung führt der Weg von einem echten Baumwollfeld zu Arbeiterinnen, die live spinnen und nähen, über eine Textildruckstation bis hin zum fertigen T-Shirt.

"Geschmack zeigt sich in Form und Farbe", sagte Barbara Meier. "Stil und Persönlichkeit zeigt man, indem man trägt, was anderen nicht schadet. Wir alle können dafür sorgen, dass es den Menschen in den Produktionsländern besser geht. Einfach genau hinsehen und beim Shoppen nachfragen: Engagiert sich der Hersteller oder die Modemarke für faire Arbeitsbedingungen? Trägt das Kleidungsstück ein Sozial- oder Umweltsiegel?"

Weltweit arbeiten mehr als 60 Millionen Menschen in der Textil- und Bekleidungsbranche, die meisten davon in Entwicklungs- und Schwellenländern und häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen. Um daran etwas zu ändern, hat Entwicklungsminister Müller 2014 das Bündnis für nachhaltige Textilien ins Leben gerufen, das heute mehr als 150 Mitglieder hat – darunter zahlreiche bekannte Marken wie Adidas, H&M, Hugo Boss, C&A und Tchibo sowie die Zivilgesellschaft.

Quelle: www.bmz.de 


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