amerika 21São Bernardo do Campo. - Mit einer kämpferischen einstündigen Rede hat sich Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio "Lula" da Silva von seinen Anhängern verabschiedet, bevor er am Samstag - 26 Stunden nach Ablauf des Ultimatums der Behörden - die gegen ihn verhängte Haft angetreten hat. Das hat das Lateinamerika-Portal amerika21 am Montag berichtet. 

Jetzt, wo das Gefängnis Realität sei, "ist Zeit für eine Übertragung der Verantwortung", sagte Lula laut amerika21 vor dem Sitz der Metallarbeitergewerkschaft in São Bernardo do Campo. "Ihr müsst ab jetzt den Kampf auf die Straße bringen. Ihr alle werdet Lula werden", so der Ex-Präsident. Zwei Tage hielt er sich in dem Gewerkschaftssitz auf, beschützt von tausenden Unterstützern. Am Morgen vor seinem Haftantritt hatte er dort an einer Gedenkmesse anlässlich des Geburtstages seiner verstorbene Frau Marisa teilgenommen.

Am Samstagabend kam es vor dem Gefängnis zu heftigen Zusammenstößen zwischen Polizei, Lula-Anhängern und Gegnern des Ex-Präsidenten. Neun Menschen wurden verletzt. Nachdem in der Menschenmenge zwei Feuerwerksraketen gezündet worden waren, setzte die Polizei Tränengas und Gummigeschosse ein, so amerika21.

Ende Januar hatte ein Berufungsgericht in Porto Alegre den Ex-Präsidenten der linksgerichteten Abeiterpartei (PT) wegen Korruption zu zwölf Jahren und einem Monat Haft verurteilt. Der 72-jährige Ex-Präsident darf vorerst nur Besuch von Anwälten und seiner Familie erhalten. Lula war bereits vor 38 Jahren einmal verhaftet worden, zur Zeit der Militärdiktatur, als Anführer von Arbeiterstreiks.

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Quelle: www.amerika21.de 


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