cir logoBerlin. - Der brasilianische Saftkonzern Cutrale steht erneut wegen moderner Sklavenarbeit auf der offiziellen Liste des brasilianischen Arbeitsministeriums. Die sogenannte "schmutzige Liste“ listet Unternehmen auf, die ihre Arbeiterinnen und Arbeiter Bedingungen "analog zur Sklavenarbeit" ausgesetzt haben. Eine neue Studie der Christlichen Initiative Romero (CIR) zeigt katastrophale Arbeitsbedingungen auf Orangen-Plantagen in Brasilien auf.

Laut der Studie "Ausgepresst - Hinter den Kulissen der Saftindustrie" der Christlichen Initiative Romero landet Saft von Cutrale auch in den Regalen deutscher Supermärkte. Auf den Plantagen von Cutrale und dessen Zulieferern würden systematisch Arbeitsrechte verletzt, so CIR: Arbeiterinnen und Arbeiter seien permanent giftigen Pestiziden ausgesetzt, sie litten unter intransparenten Hungerlöhnen, häufigen Unfällen bei körperlicher Schwerstarbeit und unter mangelnder gewerkschaftlicher Vertretung.

Orangensaft aus Konzentrat wird oft für weniger als einen Euro pro Liter verkauft und kostet damit ähnlich wenig wie Wasser. Dass entlang der Wertschöpfungskette die OrangenpflückerInnen und SaftfabrikarbeiterInnen drauf zahlen, beleuchtet die neue Studie.

Die CIR appellierte an Unternehmen, auch bei ihren Lieferanten im globalen Süden Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte zu übernehmen. "Coca-Cola und Edeka sind die Großen der Branche. Sie müssen sich klar von Herstellern distanzieren, deren Orangen unter Bedingungen moderner Sklavenarbeit geerntet wurden", forderte Studienautorin Sandra Dusch Silva, CIR-Expertin für soziale Unternehmensverantwortung.

Für die Studie hat die CIR gemeinsam mit der Organisation Repórter Brasil Plantagen vor Ort besucht und ArbeiterInnen befragt – ­bereits zum dritten Mal. Trotz nach wie vor oft unwürdigen Arbeitsbedingungen am Anfang der O-Saft-Lieferkette in Brasilien habe sich seit den Vorgängerstudien 2013 und 2015 auch Einiges in der Saft-Branche bewegt: Immer mehr deutsche Supermärkte und Abfüller setzten auf Rainforest-Alliance-zertifizierte Säfte. Und auch der Anteil an Fairtrade-zertifiziertem Saft aus Brasilien – und somit auch an zertifizierten Plantagen ­– sei gestiegen, unter anderem durch die Listung bei Aldi und Lidl.

=> CIR-Studie "Ausgepresst - Hinter den Kulissen der Saftindustrie"

Quelle: www.ci-romero.de 


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