Kofi AnnanNew York (epo). - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat die grundlegendste Reform in der Geschichte der Vereinten Nationen vorgeschlagen. In einem am Montag veröffentlichten Report befürwortet Annan eine Erweiterung des UN-Sicherheitsrates. Auch das Ziel, die Industriestaaten sollten 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für Entwicklungshilfe bereit stellen, wird in dem Bericht bekräftigt. 


Kernpunkt der Reformvorschläge ist die Aufstockung des UN-Sicherheitsrates von derzeit 15 auf voraussichtlich 24 Mitglieder. Über den Status der neuen Mitgliedern soll die UN-Vollversammlung entscheiden. Die jährlich in Genf tagende Menschenrechtskommission will Annan durch ein kleineres Gremium, den Menschenrechtsrat, ersetzen, der jedoch eine ähnlich hohe Bedeutung wie der Sicherheitsrat erhalten könne.

Der UN-Generalsekretär schlug darüber hinaus die Gründung eines Fonds vor, der Demokratieprozesse unterstützen soll. Bis September 2006 sollen die Vereinten Nationen eine Anti-Terror-Konvention verabschieden, die auf einer neuen Definition von Terrorismus basieren soll. Eine weitere Konvention soll dafür sorgen, dass die Weiterverbreitung von waffenfähigem Uran und Plutonium unterbunden wird.

Der von Annan vorgelegte Report sieht ferner vor, dass reiche Staaten bis zum Jahr 2015 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für Entwicklungshilfe zur Verfügung stellen. Dieses Ziel war bereits im Jahr 1970 von den Vereinten Nationen verkündet worden. Die Entwicklungsländer sollen sich in einem Programm dazu verpflichten, die Zahl der in Armut lebenden Menschen zu halbieren und allen Kindern eine Schulbildung zu garantieren.

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