WHDGenf/Lusaka/London (epo). - Anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen schwerwiegenden Mangel an Fachpersonal bei der Bekämpfung tödlicher Krankheiten und Seuchen beklagt. Lebensrettende Maßnahmen wie die Impfung von Kindern oder die Bereitstellung von Medikamenten zur Behandlung von AIDS, Malaria oder Tuberkulose könnten in 57 Ländern nicht vorgenommen werden, weil es an Fachpersonal fehle, erklärte die WHO in Genf. Es würden dringend mehr als vier Millionen zusätzliche Ärzte, Krankenschwestern, Hebammen und Fachleute für Basis-Gesundheitsdienste benötigt, heißt es im Weltgesundheitsbericht 2006, den die WHO jetzt veröffentlichte.

Dem Bericht zufolge ist der Personalmangel am stärksten in den 36 afrikanischen Ländern südlich der Sahara. "Die globale Bevölkerung wächst, aber die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitsbereich stagniert oder geht in vielen Ländern sogar zurück", sagte WHO-Generaldirektor Lee Jong-Wook. "Überall in der sich entwickelnden Welt sieht sich das Gesundheitspersonal wirtschaftlichen Nöten, einer sich verschlechternden Infrastruktur und sozialen Unruhen gegenüber."

BerichtDer Weltgesundheitsbericht schlägt einen Zehnjahresplan zur Überwindung der Krise vor. Die Staatengemeinschaft müsse umgehend nationale Strategien für den Ausbau der dünnen Personaldecke im Gesundheitssektor entwickeln, die von den Geberländern im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit finanziert werden müsse. Nur dann könnten viele der 10 Millionen Menschen gerettet werden, die jedes Jahr an vermeidbaren Infektioskrankheiten oder Komplikationen während der Geburt sterben. Der Stellvertretende WHO-Generaldirektor Timothy Evans sagte:

"Not enough health workers are being trained or recruited where they are most needed, and increasing numbers are joining a brain drain of qualified professionals who are migrating to better-paid jobs in richer countries, whether those countries are near neighbours or wealthy industrialized nations. Such countries are likely to attract even more foreign staff because of their ageing populations, who will need more long-term, chronic care."

Weltweit fehlt dem WHO-Bericht zufolge noch immer mindestens 1,3 Milliarden Menschen der Zugang zu Basis-Gesundheitsdiensten. Am schlimmsten sei die Situation in Subsahara-Afrika, wo elf Prozent der Weltbevölkerung leben, 24 Prozent der Krankheiten und Epidemien weltweit auftreten, aber nur drei Prozent des weltweiten Gesundheitspersonals arbeiten. In den 57 am meisten betroffenen Länder müssten die Gesundheitsetats jährlich um mindestens zehn US-Dollar pro Person aufgestockt werden, fordert der Bericht. Dann könnten vier Millionen Ärzte und Krankenschwestern eingestellt werden, um die Lücke im Gesundheitssystem aufzufüllen.

World Health Day
World Health Report 2006
WHO


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