DarfurGöttingen/Berlin (epo). - Angesichts dramatischer Engpässe bei der Finanzierung der Hungerhilfe in Darfur hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen gefordert, der Sudan müsse einen Teil seiner Einnahmen aus dem Öl-Export in einen Hilfsfonds für die Hungernden in Darfur einzahlen. "Es ist skandalös, dass die internationale Staatengemeinschaft Millionen Euro für die humanitäre Versorgung der Notleidenden in Darfur aufwenden muss, während die sudanesische Staatskasse sich weiter füllt", kritisierte GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hatte in der letzten Woche gewarnt, es benötige in diesem Jahr noch mehr als 740 Millionen Dollar für die Hungerhilfe für Darfur.

Khartum müsse endlich in die Pflicht genommen werden, die internationalen Hilfsanstrengungen für die Zivilbevölkerung in Darfur maßgeblich mitzufinanzieren, sagte Delius. Schließlich sei es die allererste Aufgabe einer Regierung, das Überleben der Bevölkerung ihres Landes zu sichern. "Mit ihrer ständigen Behinderung der humanitären Hilfe für Darfur ist die sudanesische Regierung entscheidend dafür mitverantwortlich, dass die internationale Staatengemeinschaft müde wird, mehr Mittel für die Notleidenden zur Verfügung zu stellen."

Offiziellen Angaben zufolge ist die Ölfördermenge von 300.000 Barrel Öl pro Tag im Januar auf 500.000 Barrel täglich im April gestiegen. Bis zum Jahresende soll sie sich sogar auf 650.000 Barrel pro Tag erhöhen. "Angesichts steigender Rohölpreise und einer in den vergangenen vier Monaten um mehrere hunderttausend Barrel gestiegenen Förderkapazität explodieren die Einnahmen des Sudan aus dem Öl-Export geradezu", erklärte die GfbV. Allein im ersten Quartal 2006 habe er mindestens 210 Millionen Dollar eingebracht, die Khartum offenbar in die Hochrüstung seiner Armee investiere. Seit Beginn des Genozids in Darfur im Jahr 2003 habe der Sudan für mindestens 372 Millionen US-Dollar Rüstungsgüter in Russland und Weißrussland eingekauft.

 GfbV


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