RindBerlin (epo.de). - Die Berliner Galerie Peter Herrmann präsentiert in ihrer jährlichen Ausstellung zu traditioneller afrikanischer Kunst mehr als 60 Bronzeobjekte aus Ife und Benin. Mit der ungewöhnlich großen Ansammlung von Objekten aus dem 11. bis 19. Jahrhundert kann ein bemerkenswerter Teil nigerianischer Kultur in erstaunlicher Bandbreite vorgestellt werden. Zu sehen sind sowohl Köpfe und Figuren aus Ife als auch Reliefs, Köpfe, Figuren und Tierdarstellungen aus Benin. Die Ausstellung ist noch bis zum 14. April 2007 zu sehen.

Ife-PaarWenn es um Bronzen aus Benin geht, wird meist an das Datum ihrer "Entdeckung" erinnert. 1897 eroberte eine britische Militärexpedition das Königreich Benin. Der Palast und ein Großteil der Stadt brannte nieder. Der regierende Monarch wurde ins Exil geschickt und eine Kolonialregierung gegründet. Tausende von Bronzeskulpturen wurden damals als Beute nach England geschafft und durch Auktionen an Museen und private Sammler aus Europa und Amerika verkauft.

Als sie in den westlichen Handel gelangten, sorgte ihre ungewöhnlich realistische Darstellungsweise und ihre meisterhafte Gußtechnik für Aufregung. Sämtliche Schriften aus dem 19. Jahrhundert vermittelten das Bild von afrikanischen Wilden, deren hauptsächliches kulturelles Können auf grob geschnitzte Holzmasken beschränkt war. Die Bronzen aus Benin und die erst nach 1938 bei Ausgrabungen gefundenen Bronzen aus Ife lieferten eine wesentliche Grundlage, sich von alten Denkmustern zu verabschieden und die verschiedenen Kulturen Afrikas ganz neu zu diskutieren.

Bronzen aus Ife und Benin sind einmalige kulturelle Zeugnisse einer Hochkultur. Sie entstanden mit Erlaubnis des Königs in einem höfischen Kontext. Der König vergab nur hin und wieder Lizenzen, die die Bronzegilden dazu berechtigten, eine gewisse Anzahl an Bronzen für hofische Zwecke herzustellen. Ihre Hauptfunktion bestand vor allem in der Ehrung lebender und verstorbener Herrscher oder ihrer Mütter, aber auch in der Dokumentation von Palastszenen oder dem Festhalten von geschichtlichen Anlässen. Lediglich einige der Köpfe oder Masken sind als ritueller Gebrauchsgegenstand hergestellt worden.

Alle präsentierten Objekte sind mit Expertisen gesichert, so dass die Datierung der Objekte recht genau festgelegt werden konnte. Die älteste Objekte sind um die 900 Jahre alt.

Reiterplatte

Galerie Peter Herrmann,
Brunnenstr. 154, 10115 Berlin
Öffnungszeiten:
Di - Fr 14.00 - 19.00
Sa 11.00 - 16.00

http://galerie-herrmann.com/


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