Reis liefert über die Hälfte der Kalorien, die die Menschheit verbraucht. Der Grund, warum nur vier bis fünf Prozent der Reisernten in den Welthandel gelangen, ist vor allem darin zu suchen, das 92 Prozent der Welternten aus Asien kommen. Der größte Teil der Erträge dient der Eigenversorgung und nur Überschüsse werden auf Weltmärkten angeboten. Zudem ist der Handel mit Reis nicht in dem Maße institutionalisiert, wie der mit anderen Getreidesorten. Hauptexporteur ist Thailand, das nur 4 Prozent der Weltproduktion erzeugt, aber fast ein Viertel der weltweiten Exporte liefert. Die USA liegen - trotz erheblicher Subventionen - mit 1,5 Prozent der Welternte und 11,5 Prozent der Exporte auf dem fünften Rang im globalen Handel. In Europa produzieren Italien, Frankreich, Spanien, Portugal und Griechenland Reis, der durch hohe Einfuhrzölle vor ausländischer Konkurrenz geschützt ist.

Die großen Nahrungsmittelkonzerne versuchen derzeit über die Patentierung von Reissorten ihren Einfluss auf den Welthandel zu vergrößern. Bekannt geworden ist das umstrittene Basmati Patent der US-Firma RiceTec auf eine Duftreissorte, die in Indien schon seit Jahrhunderten angebaut wird. Aber RiceTec hat auch einen Patentanspruch auf den thailändischen Duftreis Jasmin erhoben, der unter dem Namen "Jasmati" vermarktet werden soll. So könnte es - aufgrund der guten Vertriebswege und mit Hilfe gezielter Werbkampagnen - gelingen, die Verbraucher in den Industrieländern auf die Duftreissorten der westlichen Hersteller einzuschwören.

Aus diesen Gründen hat sich die europäische Vereinigung für fairen Handel entschlossen, in der Kampagne "Land macht satt" der fairen Vermarktung von thailändischem Jasmin- und Gelbreis einen Schwerpunkt zu widmen. Hauptproblem waren lange die hohen Qualitätsstandards der EU, die einen Import von kleinbäuerlich produziertem Reis verhinderten.

Uwe Kerkow


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