UNFCCC BangkokBangkok/Berlin (epo.de). - In Thailands Hauptstadt Bangkok haben am Montag Gespräche über die konkrete Ausgestaltung neuer Klimaverhandlungen nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls begonnen. Die Bangkok Climate Change Talks dauern bis 4. April und sollen der Vorbereitung eines neuen Vertrages dienen, der Ende 2009 in Kopenhagen verabschiedet werden soll. Auf neue Klimaverhandlungen hatte sich die Staatengemeinschaft vor drei Monaten auf dem Klimagipfel in Bali geeinigt.

Im Rahmen der "Bali Road Map" hatten sich die Industriestaaten prinzipiell verpflichtet, ärmere Entwicklungländer in ihrer nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen. Die Klimagespräche in Bangkok, so das Sekretariat der UN-Rahmenvereinbarung für den Klimawandel (UNFCCC), stehen vor der Herausforderung, ein künftiges Vertragsswerk zu entwerfen, das in den nächsten zehn bis 15 Jahren den Anstieg der klimaschädlichen Emissionen stoppen und bis 2050 die Emissionen drastisch reduzieren kann - und dies auf wirtschaftlich tragbare und politisch faire Art und Weise.

Die Tagung in Bangkok müsse ein klares Arbeitsprogramm für die nächsten zwei Jahre entwerfen, so das UNFCCC-Sekretariat: "Concretely, Parties meeting in Bangkok will identify the areas that need to be further clarified as well as the issues where work needs to be done and in what order that should happen. They will also establish what input is needed from the UN at large, the business sector and others, and how this will be integrated into the overall work plan."

GERMANWATCH: KARTEN AUF DEN TISCH

"Nach dem Startschuss der Klimakonferenz von Bali im Dezember 2007 müssen die Staaten der Welt nun ihre Karten auf den Tisch legen", erklärte Germanwatch-Geschäftsführer Christoph Bals, der die Verhandlungen vor Ort verfolgt. "Jedes Land kann jetzt konkrete Vorschläge für den globalen Klimapakt machen." Insbesondere gehe es darum, wie der Schutz vor den Folgen des Klimawandels, der Erhalt der tropischen Regenwälder sowie der notwendige Technologietransfer organisiert und finanziert werden können.

Eine Reihe von Staaten habe im Vorfeld der Bangkok-Konferenz schon sehr konkrete Vorstellungen schriftlich eingereicht, die eine wichtige Verhandlungsgrundlage liefern könnten, sagte Bals. Die EU habe den konkretesten Vorschlag entwickelt, wie die Verhandlungen bis zur Klimakonferenz im Dezember  2009 in Kopenhagen strukturiert werden sollen. Danach sollen alle großen Verhandlungspakete parallel verhandelt werden, da sie sehr eng miteinander verknüpft sind.

China habe deutlich gemacht, dass es insbesondere von den USA ernsthafte Reduktionsziele erwarte, so Bals. Das Land selbst wolle zwar das Klima stärker schützen, die Maßnahmen aber nicht international überprüfen lassen. "Spätestens, wenn es in den USA gegen Ende des Jahres eine neue Regierung mit einer konstruktiveren Klimaschutzpolitik gibt, muss China diese Position weiter entwickeln", erklärte Christoph Bals. "Sonst wird es nahezu unmöglich sein, den Klimawandel unter der Großgefahrenschwelle von zwei Grad Celsius Temperaturerhöhung gegenüber vorindustriellem Niveau zu halten."

Sehr erfreulich sind aus der Sicht von Germanwatch die Positionen der ärmsten Entwicklungsländer und der kleinen Inselstaaten. Diese forderten von den Industrieländern, aber auch von den großen Schwellenländern wie China, Indien oder Südafrika sehr ernsthaften Klimaschutz. Zugleich erwarteten sie allerdings von den Industrieländern, die bislang die größte Verantwortung für den Klimawandel tragen, dass sie sie viel umfangreicher als bisher bei der Anpassung an die nicht mehr vermeidbaren Folgen unterstützen.

"Die besonders vom Klimawandel betroffenen Staaten fordern zurecht, dass den vielen Worten nun angemessene Taten folgen", meinte Sven Harmeling, Referent für Klima und Entwicklung bei Germanwatch. "Bereits vor 2013 müssen die Emissionsreduktion beschleunigt und die Anpassungsfinanzierung ausgeweitet werden." Dies wäre das notwendige Signal für den Aufbruch bei den Klimaverhandlungen der nächsten 18 Monate. Die EU sollte sich deshalb klar zu einem 30prozentigen Verringerungsziel bis 2020 bekennen und daran ihre Klimaschutzgesetze ausrichten.

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» http://www.germanwatch.org/


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