terre des hommesOsnabrück (epo). - 30 Jahre nach Ende des Krieges in Vietnam warten viele Vietnamesen nach wie vor auf Gerechtigkeit. Allein in der Hochphase des Krieges zwischen 1967 und 1971 habe die US-Armee mindestens 100 Millionen Liter Chemikalien über dem Süden Vietnams abgeworfen, davon rund 44 Millionen Liter mit dem Entlaubungsgift Agent Orange, erklärte die Kinderrechtsorganisation terre des hommes. Noch heute litten Kinder unter der Dioxinvergiftung.

Zwei Millionen Menschen wurden während des Vietnamkrieges vergiftet und weitere vier Millionen schwer geschädigt. "Die Menschen leiden noch heute unter den Spätfolgen der Dioxinvergiftung. Rund 150.000 Kinder wurden mit unterentwickelten oder verkrüppelten Gliedmaßen geboren, was auf die Dioxinvergiftung ihrer Großeltern zurückzuführen ist", erklärte Wolf-Christian Ramm, Pressesprecher von terre des hommes. Vergiftete Böden und stark erhöhte Dioxinwerte in Körpergeweben von Fischen bewirkten, dass das Gift über die Nahrungskette in den Körper der Menschen gelangt und deren genetisches Erbgut angreift. Dies führe zu Hirnfunktionsstörungen und angeborenen Missbildungen.

"Es ist ein Skandal, dass es für die vietnamesischen Opfer des Krieges noch immer keine Entschädigung durch die US-Chemiefirmen gibt", sagte Ramm. Zwar fand im Frühjahr 2002 in Stockholm eine Konferenz zu den Spätfolgen des Vietnamkrieges statt. Doch hat zuletzt im März 2005 ein amerikanisches Gericht die Klagen vietnamesischer Opfer gegen 37 US-Firmen abgelehnt, weil angeblich kein Zusammenhang zwischen den Bombardierungen im Krieg und den Erkrankungen der Vietnamesen nachgewiesen werden könne.

terre des hommes hatte während des Vietnamkrieges Rettungsflüge für verletzte Kinder nach Deutschland organisiert und unterstützt dort seit 30 Jahren Projekte. Derzeit werden 23 Programme in den verschiedensten Regionen des Landes gefördert, darunter viele für die Opfer des Krieges.

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