goetterbilder_klHeidelberg. - Die Auseinandersetzung mit fremden Religionen im Europa der frühen Neuzeit ist Thema einer Ausstellung, die die Universitätsbibliothek Heidelberg zeigt. Sie präsentiert 172 Exponate, darunter vor allem zeitgenössische Bildwerke und Publikationen zu heidnischen Glaubensvorstellungen, Göttern und Kulten. Die Ausstellung "Götterbilder und Götzendiener in der Frühen Neuzeit – Europas Blick auf fremde Religionen" ist vom 15. Februar bis 25. November zu sehen.

Konzipiert wurde die Schau von Wissenschaftlern der Transkulturellen Studien an der Ruperto Carola und Kunsthistorikern der Ludwig-Maximilians-Universität München in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Heidelberg.

"Europas Blick auf die Religionen der Welt wechselte in der Frühen Neuzeit zwischen Anziehung und Abstoßung, zwischen Furcht vor dem Unbekannten und gleichzeitiger Faszination", erläutern die Organisatoren der Ausstellung. Neben die Konflikte um die verschiedenen innereuropäischen Glaubensrichtungen trat seit dem 16. Jahrhundert verstärkt die Auseinandersetzung mit fremden Religionen. Diese waren nicht nur in Asien, Afrika und Amerika zu finden, sondern auch in der Vergangenheit der Alten Welt, etwa in der Antike.

"Diese Erweiterung des europäischen Blicks führte zugleich zu einem vertieften Bewusstsein von der Identität der eigenen Kultur und ihren historischen Bedingungen", sagt Cornelia Logemann, Leiterin der Gruppe "Prinzip Personifikation" in den Transkulturellen Studien. Bei der Formierung dieser Vorstellungen vom späten 15. Jahrhundert bis ins mittlere 18. Jahrhundert spielten neben Texten von Anfang an auch Bilder, zumeist Buchillustrationen, eine zentrale Rolle.

Die Ausstellung gliedert sich in fünf Sektionen. Neben dem "Blick auf alle Religionen und Riten der Welt" geht es um die "antiquarisch-historische Forschung". Thematisiert werden auch "Bildwerke, Objekte, Architekturen – die Rolle von Kunst und Künstlern", "Polemik und Poetik" sowie die "Erkundung der Welt und ethnographische Interessen". Die Exponate stammen zum größten Teil aus der Universitätsbibliothek Heidelberg. Weitere Objekte steuern die Württembergische Landesbibliothek Stuttgart, die Universitätsbibliotheken Augsburg und Mannheim sowie die Bayerische Staatsbibliothek München bei. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Dieser ergänzt die wissenschaftliche Beschreibung und die Illustration der Exponate um eine Sammlung von zehn Essays, in denen die Bedeutung zentraler Werke und ihrer Autoren dargelegt werden.

Die Ausstellung "Götterbilder und Götzendiener in der Frühen Neuzeit – Europas Blick auf fremde Religionen" wird in der Universitätsbibliothek, Plöck 107-109, gezeigt. Sie ist täglich (außer an Feiertagen) von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

http://goetterbilder2012.uni-hd.de

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