unicef neu 150Berlin. - UNICEF-Schirmherrin Daniela Schadt und der Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Jürgen Heraeus, haben dazu aufgerufen, neue digitale Medien zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern in Entwicklungs- und Schwellenländern zu nutzen. Der Zugang zu Informationen sowie schnelle, kostengünstige und unkomplizierte Kommunikation müssten gezielt für Innovationen in der Entwicklungsarbeit genutzt werden. Gerade benachteiligte Kinder und Jugendliche können nach Einschätzung von UNICEF von Austausch und Vernetzung besonders profitieren.

Von weltweit rund sechs Milliarden Mobiltelefonen sind heute fünf Milliarden in Entwicklungs- und Schwellenländern im Einsatz. Viele arme Familien profitieren jedoch bis heute nicht von der "digitalen Revolution". Gravierend, so UNICEF, ist die Kluft bei der Internet-Nutzung. In Deutschland zum Beispiel haben 82 Prozent der Menschen Zugang zum Internet, im afrikanischen Durchschnitt sind es nur 13 Prozent.
 
"Die weltweite Verbreitung von Handy und Internet bietet eine Chance für die Verbesserung der Lebenssituation aller Kinder", sagte Daniela Schadt. "Jetzt geht es darum, die neuen Entwicklungen im Sinne der Kinder und ihrer Rechte zu nutzen. Gleichzeitig müssen wir darauf achten, dass die Kinder lernen, verantwortungsvoll mit Handy und Internet umzugehen. Auch die Kinder aus den ärmsten Familien dürfen nicht von den Fortschritten abgekoppelt werden."

"Kommunikation und Information sind wertvolle Rohstoffe für die soziale und wirtschaftliche  Entwicklung", erklärte der UNICEF-Vorsitzende Jürgen Heraeus. "Mit 2,2 Milliarden jungen Menschen wächst heute die größte Kinder- und Jugendgeneration aller Zeiten heran. Handy, Computer und Internet geben ihnen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ganz neue Möglichkeiten der Beteiligung."
 
UNICEF setzt in seiner Entwicklungs- und Kinderrechtearbeit zunehmend auf neue Technologien. So können in Uganda über das soziale Netzwerk "U-Report" Jugendliche per SMS zu aktuellen Themen Stellung nehmen. Seit dem Start im Mai 2011 haben sich 170.000 "U-Reporter" registriert. Die Ergebnisse der Umfragen werden auf www.ureport.ug veröffentlicht und direkt an Journalisten und Politiker übermittelt.
 
Der Slum Kibera in Nairobi (Kenia) ist vor allem für Mädchen ein gefährlicher Ort. Mit Unterstützung von UNICEF haben Jugendliche mit Hilfe von GPS-Geräten eine digitale Karte erstellt (www.mapkibera.org). Hier sind gefährliche und sichere Orte oder Anlaufstellen für Jugendliche markiert.
 
In Malawi nutzen nutzen Gesundheitshelfer über das Programm "RapidSMS" einfache Mobiltelefone zur Kommunikation und Daten-Sammlung. Sie können so viel schneller als vorher Informationen über den Ernährungszustand von Kindern in entlegenen Regionen zusammentragen und ihnen besser helfen. Über das soziale Netzwerk "Voices of Youth – Connect" (www.voicesofyouth.org) können sich Jugendliche aus Industrie- und Entwicklungsländern über globale Themen wie Gesundheit, Friedensförderung und Umwelt austauschen. UNICEF hat die Plattform bereits 1995 ins Leben gerufen und baut sie laufend weiter aus.

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