al midan filmBerlin. - Der Amnesty-Filmpreis auf der diesjährigen Berlinale geht an "Al Midan" ("Der Platz") von Jehane Noujaim (USA/Ägypten, 2013). Der Dokumentarfilm lief in der Sektion Forum des Festivals und zeigt die Entwicklung der Proteste auf dem Tahrir-Platz in Kairo zwischen 2011 und 2013. Das hat Amnesty am Samstag in Berlin bekannt gegeben.

"'Al Midan' ist eines der mutigsten Werke, das wir in den letzten Jahren gesehen haben. Neben der politischen Brisanz und der Menschlichkeit der Geschichten hat uns ganz besonders die Bildsprache überzeugt", begründeten die drei Jurymitglieder – die Schauspielerin Melika Foroutan, die Produzentin Regina Ziegler und Ines Wildhage von Amnesty International – ihre Entscheidung. "Die größte Stärke des Films sind seine drei Protagonisten: Ahmed, Khaled und Magdy kommen aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten. Aber auf dem Tahrir-Platz verfolgen sie unabhängig von Religion und sozialer Herkunft ein gemeinsames Ziel: ein freies und säkulares Ägypten. Der Film begleitet sie und das ägyptische Volk über drei Jahre und dokumentiert ihren Einsatz zwischen Euphorie und Rückschlägen. Der Film zeigt, dass der Mut und die Entschlossenheit der Ägypter nicht vergeblich waren: Sie haben gelernt, gegen jedes System aufzustehen, das sie unterdrückt, und ihre Würde einzufordern."

Der Amnesty International Filmpreis wurde im Rahmen der Preisverleihung der unabhängigen Jurys der Berlinale 2014 zum zehnten Mal verliehen. Er ist mit 5.000 Euro dotiert. Bisherige Preisträger waren unter anderem: "The Rocket" von Kim Mordaunt (2013), "Just the Wind" von Bence Fliegauf (2012), "Barzakh" von Mantas Kvedaravicius (2011), "Son of Babylon" von Mohammed Al-Daradji, "Wasteland" von Lucy Walker (beide 2010) und "Sturm" von Hans-Christian Schmid (2009). Der Amnesty International Filmpreis wird auch auf internationalen Filmfestivals in Den Haag (Niederlande), Kopenhagen (Dänemark), Pesaro (Italien) und Thessaloniki (Griechenland) vergeben.

Al Midan (The Square)
USA/Ägypten 2013; R: Jehane Noujaim

Quelle: www.amnesty.de


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