Internationales

Josephine GoroJolong (epo). - Beifälliges Murmeln und leises Gelächter laufen durch die Menge, als Josephine Goro die Menschen begrüßt. Hier in Jolong, mitten im 1000 bis 1500 Meter hoch gelegenen Jos-Plateau in Zentralnigeria, haben sich die Leute versammelt, um die Mitarbeitenden des Gemeindeentwicklungsprogramms (CCDP) der Kirche Christi in Nigeria (Church of Christ in Nigeria, kurz COCIN) willkommen zu heißen. Jedes Mal schafft es Josephine, die erwartungsvollen Dörfler mit einem Scherz aufzulockern und die Stimmung zu entkrampfen. Diese Begabung erstaunt bei der untersetzten, kräftigen und selbstbewussten Frau, denn sie selbst hat große Schwierigkeiten, gelöst zu wirken, wenn sie etwa fotografiert wird.

Autowerkstatt in NigeriaMinna (epo). - "Beschäftigungs orientiertes Programm zur Entwicklung der Privatwirtschaft" (Employment-oriented Private Sector Development Program, EoPSD) heißt ein Projekt, dass die Gesellschaft für technische Zusammarbeit (GTZ) in Nigeria aufbaut. Es besteht aus drei Komponenten: Neben dem Bereich Dienstleistungen für die Entwicklung privatwirtschaftlicher Aktivitäten (Business Development Services, BDS) gehören die berufliche Aus- und Weiterbildung (Skill and Training Development, STD) sowie Finanzdienstleistungen (Financial Services, FS) zu den Kernaufgaben. Obwohl erst in der Startphase, hat das Programm bereits eine Vielzahl von Aktivitäten entwickelt, von denen die meisten in den Bereich Aus- und Weiterbildung fallen. Bildungsmaßnahmen für junge Unternehmer, Marktfrauen oder angehende Journalisten und Consultants werden ergänzt durch Kurse, in denen Staatsbediensteten die Möglichkeiten einer lokalen Wirtschaftsförderungspolitik nahe gebracht werden.

Thesen zu einer Erweiterten Friedens- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland in Afrika - September 2003

Von Uschi Eid und Helmut Asche

Afrika war in den letzten Monaten so oft wie selten zuvor in den Schlagzeilen. Die Nachrichten von der mühsamen Eindämmung eskalierender Kämpfe im Kongo und in Liberia, das Drama der Entführung europäischer Touristen in der Sahara, zuvor die positiven Nachrichten vom G8-Gipfel in Evian, der sich Afrika ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt hatte: All das hat in Deutschland jüngst eine Afrika-Debatte ausgelöst, die durch die Entsendung von Bundeswehrsoldaten im Zuge des Kongo-Konflikts erst richtig angefacht wurde. Die Debatte ist an sich erfreulich, aber ihr fehlt die Richtung, gerade in Bezug auf ihr zentrales Thema: Die angemessene Rolle der Bundesrepublik auf dem afrikanischen Kontinent, dessen Zukunft außer von der eigenen Reformfähigkeit stark vom Engagement der internationalen Staatengemeinschaft und damit auch Deutschlands abhängen wird - und von dessen Zukunft wir weit mehr abhängen werden, als wir hierzulande bislang glaubten.

Radiostation im Niger. Foto: Erhard BrunnNiamey (epo). - Der nigrische Staat, UNO-Organisationen und bilaterale Finanziers entschieden sich vor vier Jahren gemeinsam, auf kommunitäre oder Gemeinschaftsradios als ein wichtiges Mittel für die Entwicklung abgelegener Gebiete des Landes zu setzen. Aus der örtlichen Bevölkerung entstandene Assoziationen konnten dann bei internationalen Organisationen, vor allem dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), der holländischen Freiwilligenorganisation SNV oder dem amerikanischen AFRICARE, die Installation einer sehr einfachen Sendeanlage und eine Grundausbildung zum Senden beantragen. 68 Stationen entstanden seitdem, die aber mit vielen Problemen zu kämpfen haben. Erhard Brunn begleitete einen von seiner Arbeit überzeugten Radiomacher - Tahirou Amadou - im Nordosten des Niger beim Besuch verschiedener Stationen am Flusslauf des Niger.

Von Uwe Kerkow

Kinder in einer Missionsschule in Jos/Nigeria. Foto: Uwe KerkowJos/Nigeria (epo). - Ruhig liegt der compound des Hauptsitzes der Evangelischen Kirche Westafrikas (Evangelic Church of West Africa, ECWA) in der Morgensonne von Jos in Zentralnigeria. In der vorherigen Nacht hat es ausgiebig geregnet, und das lässt auf einen schönen Tag hoffen. Die Anlage ist für westafrikanische Verhältnisse weder besonders groß, noch sind die Gebäude darauf ausgelegt, die Besucher zu beeindrucken. Auch der Fuhrpark lässt nicht darauf schließen, dass von hier aus rund 2000 Gemeinden mit über zwei Millionen Gläubigen und die größte evangelische Mission Nigerias mit über 600 Missionaren betreut werden.

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